Aufzugstechnik im Wohnhaus

DAS EWIGE AUF UND AB

Die glänzenden Edelstahltüren gleiten zu, Leuchtspots tauchen den Kabinenraum in angenehmes Licht, per Knopfdruck geht es mit einem sanften Summen nach oben. Ein moderner Aufzug erhöht die Lebensqualität enorm und sorgt in jeder Immobilie für zukunftsfähigen Komfort. Doch seit wann gehört Aufzugstechnik in Wohnhäusern eigentlich zum Standard und wer sitzt am anderen Ende der Leitung, wenn der Notrufknopf gedrückt wird?

 

Geschichte der modernen Aufzugstechnik

 

„All safe, Gentleman, all safe!“ Mit diesen Worten läutete Elisha Graves Otis, Gründer der gleichnamigen Aufzugfirma, im Jahre 1853 die Geburtsstunde der modernen Aufzugstechnik ein. Zuvor hatte er in einem spektakulären Selbstversuch, die von ihm entwickelte automatische Fangvorrichtung vorgestellt. Otis schnitt, auf einer Aufzugsplattform stehend, das Tragseil durch, der Aufzug fiel – blieb aber nach wenigen Zentimetern stehen. Seine Sicherheitsvorkehrung hatte ihn und den Aufzug zuverlässig vor dem Sturz in die Tiefe bewahrt.

Aufzüge gab es bis dato schon seit dem frühen Mittelalter, allerdings wurden sie zumeist nur für den Transport von Lasten verwendet. Vor Otis Erfindung des absturzsicheren Aufzugs kam es infolge von Seilrissen zu zahlreichen Unfällen, sodass der Einsatz für den Transport von Menschen schlichtweg zu gefährlich war. Erst mit der neuen Sicherheitsvorkehrung konnte der unaufhaltsame Siegeszug des Personenaufzugs beginnen. Die zuvor unbeliebten oberen Stockwerke wurden auf einmal zur „Beletage“ jeden Gebäudes und auch baulich ergaben sich völlig neue Möglichkeiten – dank der vertikalen Mobilität konnten Architekten Stockwerk um Stockwerk aufeinandersetzen und deutlich höher bauen.

 

 

„In den Jahren des Wirtschaftswunders nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Einbau eines Aufzuges in mehrgeschossigen Wohnhäusern in Deutschland zunehmend Standard“, weiß Klaus Kestler, Vertriebsleiter der Aufzugswerke Schmitt + Sohn. „Heute ist ein Aufzug im Geschosswohnungsbau elementares Qualitätsmerkmal und die Visitenkarte eines jeden Gebäudes“, ergänzt Maximilian Schmitt, geschäftsführender Gesellschafter. Das Familienunternehmen Schmitt + Sohn ist seit 1861 in Nürnberg ansässig und zählt zu den Pionieren des Aufzugbaus. Derzeit in sechster Generation geführt, ist der innovative Unternehmensgeist stärker denn je spürbar. Schmitt + Sohn gehört heute mit etwa 1.800 Mitarbeiter in Europa zu den führenden Aufzugbauern und betreut als Dienstleister jährlich rund 50.000 Aufzugsanlagen.

 

Aufzüge der SCHULTHEISS Wohnbau AG

 

Auch viele der Aufzüge in den Gebäuden der SCHULTHEISS Wohnbau AG stammen aus dem Hause Schmitt + Sohn; seit 2002 wurden insgesamt rund 300 hochmoderne Personenaufzüge für die SCHULTHEISS-Neubauten gefertigt und eingebaut. Schon vor Errichtung und Betrieb gäbe es für Planer und Architekten jedoch einiges zu beachten, erklärt Maximilian Schmitt: „bereits in der frühen Planungsphase müssen Schallschutzmaßnahmen und die Anforderungen an den barrierefreien Zugang zu Wohnungen berücksichtigt werden. Hinzukommen die Statik und die Maße des Aufzugschachts einschließlich der Stromzuführung und der Feuerbeständigkeit. So dürfen Aufzugschächte und -türen beispielsweise die Ausbreitung eines Feuers von Etage zu Etage nicht begünstigen.“

 

 

Am anderen Ende der Leitung:
Das passiert bei einem Notruf im Aufzug

 

Die Sicherheitseinrichtung des erfinderischen Amerikaners Otis findet im Grundprinzip bis heute Anwendung. Hinzugekommen sind viele weitere technische Neuerungen, die moderne Aufzüge zu einem noch sicheren Transportmittel gemacht haben; diverse Normen und gesetzliche Vorschriften tun ihr Übriges. Die sogenannte Betriebssicherheitsverordnung regelt beispielsweise, dass jeder Aufzug jährlich von einer zugelassenen Überwachungsstelle wie TÜV oder DEKRA überprüft wird und die Aufzugsverordnung gibt vor, dass jede Anlage ein elektronisches Notrufsystem haben muss. „Bis Ende 2020 muss in jedem Aufzug sogar ein wirksames Zweiwege-Kommunikationssystem installiert sein, über das ständig ein Notdienst erreicht werden kann“, führt Klaus Kestler aus. In neueren Aufzügen, wie sie in den SCHULTHEISS-Gebäuden zum Einsatz kommen, ist dies bereits standardmäßig der Fall.

Die Wahrscheinlichkeit in einem Aufzug steckenzubleiben sei jedoch relativ unwahrscheinlich, beruhigt Aufzugsexperte Maximilian Schmitt. Und wenn doch, heißt es vor allen Dingen Ruhe bewahren. „Auf keinen Fall sollte man versuchen, sich selbst zu befreien, das ist zu gefährlich“, sagt Klaus Kestler und ergänzt: „Egal, zu welcher Tages- oder Nachtzeit, die zuständige Bereitschaftszentrale ist an sieben Tagen pro Woche rund um die Uhr besetzt und sorgt für eine schnelle Befreiung.“ Allein Schmitt + Sohn betreut in Deutschland und Österreich rund 22.000 Anlagen. Wird der Notruf in einem der aufgeschalteten Aufzüge länger als drei Sekunden gedrückt, baut sich eine Verbindung mit dem Servicecenter in Nürnberg oder in Chemnitz auf. Von dort aus halten die psychologisch geschulten Mitarbeiter bei Bedarf so lange Sprechkontakt, bis ein Techniker vor Ort ist.

Fotos: Aufzugswerke Schmitt + Sohn