Organische Architektur

Beispiel für organische Architektur - Olympiapark München

Kleine Baustilkunde zur organischen Architektur

Das Olympiastadion in München ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, was organische Architektur ausmacht: Als lebendig gestaltetes Bauwerk fügt es sich harmonisch in seine Umgebung ein. Individualismus, Offenheit und Transparenz sind die tragenden Gedanken hinter dem Stadionkonzept. Dieses wurde mit der lichtdurchlässigen Zeltdachkonstruktion, die sich wie ein Spinnennetz über die Sportanlagen und die Haupttribüne erstreckt, vom Architekten Frei Otto eindrucksvoll umgesetzt.

Der Leitgedanke, die hinter organischer Architektur steht, betrachtet ein Bauwerk nicht als etwas Selbstständiges, sondern berücksichtigt auch die „Lebenszusammenhänge“, also die Umgebung, in der es errichtet und den Zweck, zu dem es erbaut wird. Die organische Architektur folgt damit dem Prinzip der Natur, in der Form, Funktion, Konstruktion und Ästhetik eine Einheit bilden. Den Architekten dient das als Inspirationsquelle.

Wenn dieses Grundprinzip auch unterschiedlich umgesetzt wird, so gibt es doch allgemeine Merkmale, die die Bauwerke mal mehr, mal weniger stark prägen. Etwa die Harmonie zwischen Bau und Landschaft, die man im Olympiapark in München erleben kann. Ein weiteres Charakteristikum ist die Anlehnung der Konstruktion und verwendeten Materialien an die umgebende Natur wie im Beispiel des „Fallingwater“-Hauses. Daneben prägen gläserne Fassaden, plastische Formen, eine ausgeprägte Farbigkeit und fließende Übergänge zwischen Innen- und Außenraum die Bauwerke der organischen Architektur.

Fallingwater - Haus auf Fels am Wasserfall - organische Architektur

Wohnhaus „Fallingwater“ in Pennsylvania – gebaut auf einem Felsvorsprung über einem Bach mit Wasserfall. Durch seine Stufenform mit den Balkonen und den verwendeten Baumaterialien fügt es sich fast nahtlos in die Natur ein. Die waagerechten Flächen sind dem Felsen nachempfunden, auf dem das Haus steht. (Foto: Daderot, via Wikimedia Commons)

Planetarium in der „Stadt der Künste und der Wissenschaften” in Valencia - organische Architektur

Planetarium in der „Stadt der Künste und der Wissenschaften” in Valencia – mit spektakulärer Beton-konstruktion und gläserner Fassade, die sich öffnen lässt. Durch die Spiegelung im Wasser entsteht das Bild eines geschlossenen Auges. (Foto: Diliff via Wikimedia Commons)

Was die organische Architektur nach wie vor so bedeutungsvoll macht, ist die immer stärker werdende Rückbesinnung auf die Natur. Im Städtebau wird dies an den grünen Oasen sichtbar, die geschaffen werden – aber nicht nur als anonyme, sondern auch als gemeinschaftliche Projekte (Stichwort: Urban Gardening). Ebenso rücken Themen wie nachhaltiges und ökologisches Bauen die Umwelt wieder stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit.

Artikelbild: Olympiapark München (Foto: Olympiapark München GmbH)