Beleuchtung für innenliegende Bäder

Das Problem bei Bädern ohne Tageslicht ist schlicht und ergreifend, dass es kein Tageslicht gibt. Künstliches Licht besitzt meist nicht dasselbe Spektrum wie Sonnenlicht, so dass Farbwerte verfälschte erscheinen. Besonders morgens früh im Bad sorgt das ggf. für keinen schönen Anblick im Spiegel, wenn zum Beispiel blaue Äderchen und Hautrötungen durch eine ungünstige Beleuchtung stark betont werden.

Schuld ist in diesem Fall zumeist ein ungeeignetes Leuchtmittel. Seit es energiesparende Alternativen zur herkömmlichen Glühbirne wie Kompaktleuchtstoffröhren oder LED-Lampen gibt, gilt es – neben der gewünschten Helligkeit und Lichtausbeute – einige weitere Faktoren zu beachten, wenn man für eine angenehme Ausleuchtung sorgen möchte. Zu diesen Faktoren zählen beispielsweise Lichtfarbe bzw. Lichttemperatur und Farbwidergabe.

Angaben zu diesen Dingen finden sich meist auf der Rückseite der Leuchtmittelverpackung. Es ist jedoch ein klein wenig Vorwissen gefragt, wenn man diese Zahlen richtig deuten will.

Ein bisschen Physik

Die Lichtfarbe hängt mit der Wellenlänge des ausgesendeten Lichts zusammen. Dieses Wellenmodell beruht auf der Annahme, dass sich Lichtteilchen, die sog. Photonen, wie elektromagnetische Schwingungen verhalten. Für jede monochromatische Farbe im Bereich des sichtbaren Lichts kann die Frequenz – also der Länge einer solchen Welle oder Schwingung – berechnet werden. Die Wellenlängen werden in der Größe Nanometer angegeben.

Bei im weitesten Sinne weißem Licht kann eine Einstufung mittels Annährung an eine bestimmte Farbtemperatur in der Einheit Kelvin (K) vorgenommen werden. Dabei wird praktisch gemessen, wie sich ein genormter schwarzer Körper erhitzt bis dieser in derselben Farbe leuchtet wie die zu messende Lichtquelle – zum Beispiel Titan, das dann zunächst rötlich, dann gelb, weiß und schließlich sogar bläulich glüht.

Je höher die Temperatur, desto ähnlicher ist das Licht hellem Sonnenlicht, welches mittags bei ca. 5.400 K liegt. Im Umkehrschluss bedeutet das, je höher die Zahl ist, die hinter dem K auf der Verpackung angegeben ist, desto kälter wirkt die Lichtfarbe. Gerne werden zum Beispiel Kerzen aufgrund ihres warmen Scheins aufgestellt. Eine Kerzenflamme verbreitet Licht von ca. 1.999 K.

Meist besteht eine Auswahl zwischen Leuchtmitteln in tageslichtweiß/kaltweiß (6.800 K), neutralweiß (5000 K), oder warmweiß (3.300 K).

 

Farbwirkung bei verschiedenen Lichttemperaturen. Abbildung: Kiteo.

 

Die Lichttemperatur sagt jedoch noch nichts über die Farbechtheit eines bestimmten Leuchtmittels aus. Einen Anhaltspunkt bietet hier die Abkürzung Ra, die den Farbwiedergabeindex der Lampe bezeichnet. Bei Glühlampen liegt dieser bei 100, denn sie verfälschen Farbtöne im Vergleich zu Tageslicht nur wenig. Sehr gute Leuchtstofflampen erreichen einen Wert über 80, LEDs sogar bis zu 95.

Wohlfühlatmosphäre im Bad zu jeder Tageszeit

Mit diesen Grundlagen fällt Ihnen zukünftig die Auswahl des richtigen Leuchtmittels leichter. Dabei sollten Sie auch im Hinterkopf haben, welche Licht-Art am besten für welche Raum-Art geeignet ist.

Wird im Arbeitszimmer zum Beispiel helles neutrales Licht benötigt, das für Detailschärfe sorgt und den Aufmerksamkeitsgrad erhöht, so bevorzugtman im Wohnzimmer doch meistens indirekte, nicht zu helle Beleuchtung in einer freundlich warmen Lichtfarbe und in geringerer Intensität.

Ebenso verhält es sich im Badezimmer: Morgens möchte man sich erstens selbst gerne im Spiegel wiedererkennen. Gleichzeitig benötigt man kurz nach dem Aufstehen einen kleinen Helligkeits-Kick, der die Schläfrigkeit vertreibt. Der Rezeptor für die Produktion des Schlafhormons Melatonin sitzt nämlich im Auge. Eine Beleuchtung mit einem hohen Blau-Anteil wie helles Tageslicht regt diesen Rezeptor dazu an, die Melatoninausschüttung zu drosseln und der Organismus schaltet auf „Tag-Betrieb“ um.

 

 

Jedoch ist eine kaltweiße Leuchtstoffröhre, die hartes Licht von oben abstrahlt, nicht gerade schmeichelhaft. Am besten ist es, wenn das Spiegelbild gleichmäßig von beiden Seiten beleuchtet wird, da kein unvorteilhafter Schattenwurf entsteht. Stimmt dann auch noch der Farbwiedergabeindex, gelingt das Make-up oder die Rasur perfekt.

Ist man dagegen vor dem Zubettgehen im Bade oder möchte gemütlich in der Badewanne entspannen, sind natürlich andere Lichtverhältnisse wünschenswert, denn eher rötliches Licht begünstigt wiederum die Melatoninproduktion. Es ist also empfehlenswert, im Bad zwei verschiedene Lichtquellen anzubringen: Eine helle Lichtquelle zum Wachwerden am Morgen und eine beruhigende, weniger intensive für Abends.

Eine schlaue Lösung sind hier zum Beispiel technisch ausgeklügelte Badezimmerspiegel, die von hinten beleuchtet werden und je nach Tageszeit auf das passende Lichtprogramm umgestellt werden können. Effektleuchten für besondere Farbakzenten können extra zugeschaltet werden. Ein echtes Multitalent also.

 

 

Wer sich damit nicht zufrieden geben möchte, für den gibt es auch noch weitaus komplexere Lichtsysteme fürs Bad mit unterschiedlichen Einbauleuchten. Über einen zentralen Regler können dabei separat Lichttemperatur und Effekthighlights eingestellt werden. Damit lassen sich individuelle Lichtstimmungen von Tagesanbruch bis Sonnenuntergang kreieren und mit nur wenigen Handgriffen das Badezimmer zur persönlichen Wellnessoase umgestalten.

Weitere Informationen zum Kiteo-Lichtspiegel finden Sie hier.