Der Granatapfel – schmackhaftes Heilmittel aus der Natur

Granatapfel geöffnet

Kleiner Exkurs zum süß-sauren Früchtchen Granatapfel

Ein Besuch am Obst- und Gemüsestand auf dem Wochenmarkt hat uns dazu inspiriert, uns heute einem speziellen Küchenthema zuzuwenden: dem Granatapfel. Neben ihrer intensiven Farbe ist die aus dem Nahen Osten stammende Frucht auch geschmacklich ein Feuerwerk. Wir haben recherchiert, was hinter dem Granatapfel steckt. Und eines sei vorweggenommen: Der Granatapfel ist, anders als sein Name vermuten lässt, kein Apfel sondern eine große Beere.

granatapfel_shutterstock_67434730_semen_kuzminBildquelle: Shutterstock/Semen Kuzmin

Der Granatapfel wird schon seit Jahrhunderten sehr geschätzt – in vielen Religionen wie dem Christentum und dem Islam ist der Granatapfel ein Symbol für Fruchtbarkeit, Leben und Gesundheit. Er wird sowohl in dem jeweiligen Glaubensbuch, als auch in antiken Schriftstücken und Artefakten erwähnt. Das kommt daher, dass der Granatapfel nicht nur ein leckeres Obst ist, sondern auch heilende Wirkung besitzt. Die Früchte wachsen auf kleinen Bäumen und bilden sich aus roten oder gelben Blüten. Die etwa faustgroßen und roten Früchte wachsen zwischen September und Januar. Die Rinde des Baumes wurde auch früher als Insektenbekämpfungsmittel genutzt.

Woher kommt der Granatapfel?

Der Granatapfel kommt aus dem Nahen Osten – genauer gesagt Persien – und wurde laut Aufzeichnungen in Ländern wie Jordanien, Ägypten und Zypern schon seit über 8.000 Jahren als Heilpflanze verwendet. Ausgehend von diesen Ländern verbreitete sich der Granatapfel über Griechenland und Ägypten über den ganzen Mittelmeerraum aus. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts ist er auch bei uns sehr beliebt.

Da der Granatapfelbaum in kälteren Gebieten nicht lange überdauern kann, wird er in seinen Ursprungsgebieten und in Mittelmeerländern wie Spanien angebaut –vor allem in der Region Granada, die auch nach der Frucht benannt wurde. Der Granatapfel hat eine lange Wachstumsphase, die Pflanze benötigt viel Wasser und wird oft erst im Dezember geerntet, weswegen der Granatapfel in der Küche zur Weihnachtszeit sehr beliebt ist.

pommegranate_granatapfelbaumBildquelle Wikipedia: Von Amnon s – Eigenes Werk, CC BY-SA 2.0

Wie gesund ist der Granatapfel?

Der Granatapfel ist eine Heilpflanze, die viele Vitamine, Ballaststoffe und Mineralien enthält. Dadurch hilft er gut bei z.B. Beschwerden in den Wechseljahren, Entzündungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ebenso wirkt sich der Granatapfel positiv auf die Stimmung und das Erinnerungsvermögen aus.

Dank seiner gesunden Wirkstoffe findet man den Granatapfel oft in Pflegecremes, Seifen und Körperbutter. Weil seine Kerne schwer zu entfernen und der Granatapfel, abhängig vom Angebot, teuer sein kann, greifen viele Menschen auf Granatapfelsaft, Granatapfeltee oder Granatapfelkapseln für die tägliche Vitaminzufuhr zurück.

granatapfel_und_blueteBildquelle: Wikipedia

Wie schält man einen Granatapfel richtig?

Es gibt einige Möglichkeiten, den Granatapfel zu entkernen, ohne das Flecken in der Küche oder auf der Kleidung zurückbleiben.

  • Die „Klopf-Methode“: Der Granatapfel wird auf der Tischplatte gerollt und geknetet, danach halbiert. Dann die beiden Hälften jeweils über eine Schüssel halten und mit einem Löffel auf die Rückseite des Aufschnittes klopfen. So lösen sich die Kerne so gut wie von selbst.
  • Die „Schnitt-Methode“: Der kronenförmige Stiel der Frucht muss in einem Rechteck herausgeschnitten werden – an den entstanden vier Ecken anschließend herunterschneiden. So öffnet er sich in Form eines Sterns.
  • „Unter-Wasser-Methode“: Zunächst werden der Blütenansatz und der Stiel des Granatapfels abgeschnitten. Dann den Granatapfel in eine Schüssel mit Wasser legen. Schneiden Sie mehrmals in die Schale ein und lösen Sie die Kerne mit den Händen heraus. Die Granatapfelkerne sinken auf den Grund der Schüssel, während die weiße Fruchthaut oben schwimmt. Die Reste der Haut werden mit der Hand oder mit Hilfe eines Siebes von der Wasseroberfläche abgeschöpft. Das Wasserbad mit den Granatapfelkernen gießen Sie am besten durch ein Sieb ab und fertig.

granatapfel_geoeffnetBildquelle Wikipedia: Von Fir0002 – Eigenes Werk, GFDL 1.2

Aufgrund der vielen Bitterstoffe und des nicht gerade angenehmen Geschmacks sollte die weiße Haut besser vor dem Verzehr entfernt werden.

Wer dem aufwendigen Entkernen entgehen möchte, kann auf Granatapfel-Extrakt zurückgreifen. Jedoch muss man beim Kauf des Extrakts beachten, dass der Saft pasteurisiert ist. Dadurch enthält das Extrakt häufig nicht viel „echten“ Granatapfel, dafür aber viel Zucker. Aus diesem Grund empfiehlt sich z.B. Granatapfelextrakt in Kapselform.

Von unserem Besuch auf dem Wochenmarkt sind wir natürlich nicht mit leeren Einkaufstüten zurückgekehrt. Als kleinen Fitmacher für den Herbst haben wir uns einen Granatapfel-Cranberry-Smoothie gemixt. Dazu einfach die ausgelösten Kerne eines Granatapfels, etwa 100 g Cranberries, 150 g fettarmen Joghurt mit etwas Zucker oder Honig mixen – fertig ist der vitaminreiche Kick für den Tag. Probieren Sie es aus!

smoothie

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