Fachwerkhaus

Fachwerkhaus_Rohbau

Die historischen Innenstädte in weiten Teilen Deutschlands beindrucken häufig durch malerische, restaurierte Fachwerkhäuser. Die Fachwerkbauweise ist eine der ältesten bekannten Konstruktionsarten im Hochbau und war bis ins 19. Jahrhundert hinein im Europa nördlich der Alpen vorherrschend. Allerdings gibt es auch in Griechenland, Brasilien und sogar in Japan Häuser in verwandter Bauweise.

Die Bezeichnung Fachwerk kommt vom mittelhochdeutschen „vach“, was so viel wie Flechtwerk bedeutet. Die Freiräume, die zwischen den Elementen des Holzrahmens liegen, werden nämlich mit einem Geflecht aus Zweigen und Bruchsteinen, das wiederum von Lehm zusammengehalten wird, gefüllt. Die einzelnen Rahmenhölzer werden mit Zapfen oder Holznägeln befestigt. Dadurch kann man Fachwerkkonstruktionen theoretisch auseinandernehmen und an anderer Stelle wieder aufbauen.

Baustil des Mittelalters und der Renaissance

Das älteste erhaltene Fachwerkhaus Deutschlands befindet sich in Göttingen und ist auf das Jahr 1276 datiert. Häuser aus früheren Zeiten sind leider nicht mehr erhalten, was wahrscheinlich damit zusammenhängt, dass Fachwerk im Gegensatz zu massivem Mauerwerk wesentlich leichter brennt.

Es gibt viele verschiedene Fachwerkstile. Besonders der fränkische Fachwerktyp zeichnet sich durch seine Verspieltheit aus: Hier kann man neben kunstvollen Schnitzereien auch geometrische Formen und Symbole wie Drudenfuß und Sechsstern als Verzierungen entdecken.

Mit der Industrialisierung begann der Niedergang des Fachwerkbaus. Andere Baustoffe waren nun einfacher herzustellen und dadurch erschwinglicher. Die Städte wuchsen schnell – die natürlichen Ressourcen Holz und Lehm waren dagegen nur begrenzt erhältlich. So lief die Massivbauweise mit mineralischen und metallischen Baumaterialien dem Holzskelettbau bald den Rang als verbreitetste Bauform in Mitteleuropa ab.

Traditioneller Fachwerkbau im 21. Jahrhundert

Es gibt zu Beginn des 21. Jahrhunderts in Deutschland noch einige Baufirmen, die sich auf die Errichtung von Fachwerkhäusern in traditioneller Bauweise spezialisiert haben. Moderne Fertighäuser in Holzskelettbauweise, werden gelegentlich auch als Fachwerkkonstruktion bezeichnet wird.

Tipp: Beispiele für das fränkische Fachwerk sind in großer Anzahl in der Fränkischen Schweiz, zum Beispiel in den Orten Hollfeld, Pottenstein, Ebermannstadt und Forchheim, aber auch im Fränkischen Freilichtmuseum in Bad Windsheim zu besichtigen. Am bekanntesten ist sicherlich Schiltach an der deutschen Fachwerkstraße.

Schiltach_Marktplatz

 „Schiltach Marketplace out of the townhall“ von Andreas Frick – Eigenes Werk. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

Fachwerkhaus_Rohbau

Fachwerkhaus Rohbau“ von Richard HuberEigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Huf_Haus_in_Scotland

Huf Haus in Scotland“ von GrapEigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.