Fliesen, Teil I: Materialien

Die Geschichte der Fliese reicht weit bis ins Altertum zurück. Schon damals legten die Römer ihre Fußböden aus gestampftem Lehm mit Ziegelplatten aus. Bis heute ist die Fliese ein beliebtes Ausstattungselement für drinnen und draußen. Die Vorteile der Fliese liegen auf der Hand. Sie ist wasserabweisend, leicht zu reinigen, strapazierfähig, noch dazu dekorativ und in großer Auswahl erhältlich.

In unserer „Kleinen Fliesenkunde“ haben wir versucht, einen Überblick über die beliebte Keramik zu erstellen. Heute: Die beliebtesten Fliesenmaterialien.

Steingutfliesen
Fliesen aus Steingut bestehen aus einer Mischung aus Quarz, Lehm und Ton und weisen eine sehr poröse Struktur auf. Daher nehmen sie viel Wasser auf und sind aus diesem Grund nicht für den Außenbereich. Bei Frost würde sich das aufgesogene Wasser ausdehnen und so die Fliese beschädigen. Meist werden Steingutfliesen in glasierter Form als Wandfliesen verwendet, da sie sich gut bearbeiten und mit vielfältigen Dekoren versehen lassen. Als Bodenfliese ist Steingut normalerweise nicht zu empfehlen, es sei denn, es besteht eine gesonderte Kennzeichnung.

Feinsteinzeugfliesen
Diese Fliesenart zeichnet sich durch eine sehr niedrige Wasseraufnahmefähigkeit aus, da sie vollkommen dicht gesintert, also verdichtet wird. Eine Glasur benötigt die Fliese daher nicht. Feinsteinzeug ist durch seine dichte Struktur sehr verschleißarm, lässt sich leicht reinigen und ist frostfest. Aufgrund ihrer Eigenschaften kann die Fliese auch im Außenbereich verlegt werden. In den meisten Fällen wir sie als bruchsichere Bodenfliese verlegt. Sie kann aber natürlich auch als Wandfliese verwendet werden.

Natursteinfliesen
Als Naturstein werden alle Gesteinsarten bezeichnet, die in dieser Form in der Natur vorkommen. Unterschieden wird zwischen drei Gruppen: Erstarrtes Gestein wie Basalt oder Granit, Sediment- bzw. Ablagerungsgestein wie Jura und Umwandlungsgestein wie Marmor oder Schiefer. Um Fliesen daraus zu machen, wird der Naturstein in Blöcken abgebaut und in Form gesägt. Natursteinfliesen werden wegen ihrer natürlichen Optik geschätzt: Jede Fliese ist einzigartig.

Verlegt werden Natursteinfliesen ausschließlich im Innenbereich. Für den Außenbereich eignen sich widerstandsfähigere Natursteinplatten. Für Räume mit starker Belastung werden abriebfeste Gesteinsarten wie Granit, Basalt, Gneis und Schiefer empfohlen. In Feuchträumen, wo Fliesen v.a. einfach zu säubern sein müssen eignen sich wegen ihrer glatten Oberfläche und der reduzierten Wasseraufnahme Fliesen aus Basalt, Gneis, Granit und Quarzit. Für Räume mit einer Fußbodenheizung bieten sich dagegen Natursteinfliesen mit leicht-poröser Oberfläche wie Sandstein, Kalkstein oder Travertin an, denn sie speichern die Heizungswärme am längsten und geben diese gleichmäßig ab.

Fliesen aus Cotto
Cottofliesen werden von Hand aus dem Grundstoff Ton hergestellt und verbreiten mediterranes Flair. Jede Fliese ist daher ein Unikat. Cottofliesen sind langlebig können sowohl im Innen- als auch als frostbeständige Variante im Außenbereich verlegt werden. Sehr beliebt sind sie nicht nur wegen ihres Aussehens, sondern auch wegen ihrer Eigenschaft, im unglasierten Zustand Wärme zu speichern und langsam wieder an die Umgebung abzugeben. Darüber hinaus tragen sie im Haus dazu bei, die Luftfeuchtigkeit zu regulieren.

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