Fliesen, Teil II: Verwendungszweck

Fliesen unterscheiden sich nicht nur durch das Material, aus dem sie sind, sondern auch darin, in welchen Bereichen sie verlegt werden können. Hier ein kurzer Überblick über Eigenschaften und Kriterien, die bestimmen, ob sich Fliesen für einen bestimmten Raum oder Bereich eignen oder nicht.

Bodenfliesen je nach Verwendungszweck verlegen

Bodenfliesen müssen natürlich in erster Linie trittfest sein. Doch auch hier gibt es Unterschiede: Fliesen werden einerseits in Abriebklassen eingruppiert, die Aussagekraft über die Belastungsfähigkeit einer Fliese besitzt, andererseits in fünf Klassen der Trittsicherheit in Bezug zur Neigung.

Die Abriebklassen geben im Prinzip bereits die Anwendung vor: Abriebklasse 1 duldet nur sehr geringe Beanspruchung und ist daher zum Beispiel für den Einsatz in Schlaf- und Badezimmer geeignet. Für den Wohn- und Essbereich sollte man dann schon mindestens zu Klasse 2 greifen, in viel begangenen Räumen zu Klasse 3. Klasse 4 findet sich oft in Geschäfts- und Verkaufsräumen, wo die Beanspruchung ungleich höher ist als im privaten Bereich. Bei besonders hoher Belastung, wie sie etwa in Lager- und Produktionshallen etc. entsteht, ist die Königsklasse 5 angeraten.

Trittsicherheit und Rutschfestigkeit

Die Trittsicherheit wird unter dem Kürzel R 9 bis 13 angegeben. Je höher die Zahl, desto größer darf die Neigung des Fußbodens sein, ohne dass die Fliese an Trittsicherheit einbüßt. Die Aufteilung ist wie folgt:

  • R9 –von 3° – 10° noch trittsicher
  • R10 – von 10° – 19° noch trittsicher
  • R11 – von 19° – 27° noch trittsicher
  • R12 – von 27° – 35° noch trittsicher
  • R13 – von über 35° noch trittsicher

Zusätzlich werden Fliesen noch hinsichtlich ihrer Rutschfestigkeit in die Klassen A (geringste) bis C (höchste) unterteilt. In Feuchträumen wie Küche und Bad sollte unbedingt Klasse C gewählt werden. Wird der Boden im nassen Zustand zu schlüpfrig, ist Ausrutschen fast schon vorprogrammiert. In Schwimmbädern werden daher Fliesen mit speziller Anti-Rutsch-Beschichtung verwendet.

Wasseraufnahme

Bei Wandfliesen sind all diese Dinge unerheblich. Hier kommt es auf das Wasseraufnahmevermögen an. Dieses wird mit dem Kürzel E (für französisch eau, Wasser) gekennzeichnet und gibt an, wie viel des Eigengewichts der Fliese diese zusätzlich an Wasser aufnehmen kann. Auch hier gibt es wieder mehrere Gruppen:

  • Geringe Wasseraufnahme: Gruppe I – E ≤ 3 %
  • Mittlere Wasseraufnahme: Gruppe II – 3 % ≤ E ≤ 10 %
  • Hohe Wasseraufnahme: Gruppe III – E >10 %

Nehmen Fliesen viel Wasser auf, gelangt auch mehr Schmutz in die Fliese, es sei denn, sie sind glasiert bzw. versiegelt. Man sollte also bei der Auswahl wiederum auf den Einsatzbereich der Fliesen achten. In Küche und Bad, wo hohe Feuchtigkeitswerte anfallen, sollten die Fliesen möglichst wenig Wasser aufnehmen, ebenso wie im Außenbereich, da sie hier auch Minustemperaturen aushalten können müssen.

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