Handgemacht und nachhaltig – Produkte fürs Herz

Titel

Ob aus duftendem Zirbenholz, Bienenwachs oder hartem Eisen – in diesen kleinen Manufakturen in Deutschland und Österreich entstehen einzigartige und traditionelle Produkte. Dinge, die uns einfach glücklich machen und durch echte Nachhaltigkeit überzeugen!

 

KONRAD NESSLER, SCHMIED, ALLGÄU (D)

Seit 20 Jahren schürt der Schmied aus dem Allgäu sein Feuer in der Bad Hindelanger Werkstatt. Wie schon sein Vater und sein Großvater ist auch Konrad Neßler ein Schmied aus Leidenschaft. Wenn er den Hammer auf das glühende Eisen schlägt und es in Form bringt, dann ist er in seinem Element. Als Laie vermag man in der Schmiede nicht zu erkennen, in welchem Jahrtausend man sich befindet. Gleichmäßig schlägt der schwere Hammer auf das Eisen. Der Bach vor dem Haus treibt die notwendigen Maschinen an. „Ich forme meine Pfannen mit der Kraft des Wassers“, sagt Konrad Neßler. Seine Hammerschläge hört man im ganzen Dorf. „Ich liebe die Zurückgezogenheit meines Berufs – und die Freiheit, die ich jeden Tag erlebe“, erklärt er. Seine gusseisernen Pfannen werden in der Gourmetszene Deutschlands und Österreichs wegen ihrer hervorragenden Brateigenschaften immer beliebter. Aber auch Hobby-Köche können bestätigen: Liebhaber von Bratkartoffeln, Steaks und Kaiserschmarren werden mit diesen Pfannen ihre helle Freude haben.

 

CHRISTA ROHRINGER-FANGMAYER, BIENENWACHSTUCHMACHERIN, MOSTVIERTEL (A)

Umweltschutz und Müllvermeidung sind für Christa Rohringer-Fangmayer echte Herzensangelegenheiten. Es ist ihr wichtig, den nächsten Generationen eine saubere und lebenswerte Umwelt zu erhalten. „Daher gilt es, zu handeln, und Gewohnheiten zu ändern“, sagt die Österreicherin. Auf der Suche nach Alternativen zu Plastik- und Alufolie stieß sie auf Tücher, die mit Bienenwachs eingelassen werden. In diese haben Menschen ihre Lebensmittel eingewickelt, lange bevor es Alu- und Plastikfolie gab. Begeistert von der Idee fing Christa Rohringer-Fangmayer an zu experimentieren und stellt seither ihre eigenen Bienenwachstücher unter dem Label „Beeofix“ her. Für ihre Produkte verwendet die Mostviertlerin Biowachs und Harz aus der Region. Und auch die Ausschussware einer niederösterreichischen Weberei bekommt bei ihr eine zweite Chance. Die Tücher sind mit Wasser abwaschbar und viele Male wiederverwendbar.

 

JÜRGEN TSCHOFEN, WEISSKÜFER, MONTAFON (A)

In einer kleinen Werkstatt in Gortipohl im Montafon in Vorarlberg arbeitet einer der letzten Weißküfer Österreichs: Jürgen Tschofen. Er stellt zwar nicht mehr wie einst hauptsächlich Sennereigefäße her, aber zumindest die Brenta ist immer noch ein wichtiger Bestandteil seiner Arbeit. Die Leidenschaft zu diesem traditionsreichen Holzgefäß loderte schon früh. Als Fünfzehnjähriger verbrachte er seine Tage damit, dem örtlichen Weißküfer Otto Ganahl auf die Finger zu schauen. Und der zeigte ihm, wie man eine Brenta fertigt. „Wenn ich in den Wald gehe, sehe ich einen Baum an und weiß schon genau, was ich aus dem machen werde“, erzählt Jürgen Tschofen. Lampen, Uhren und sogar Babyrasseln sind das Ergebnis. Bei der Herstellung der Brenta ist mehr Geschick als Kreativität gefragt. Das traditionelle Gefäß besteht aus Zirbentauben und einem Boden aus Fichtenholz. Gebunden wird die Schüssel mit Holz statt Metall. Jede der Bauernschüsseln ist ein Unikat, das sich vielfältig als Brotkorb, Obstschale oder zur Aufbewahrung anderer Dinge verwenden lässt.


JOHANNA HENKENJOHANN, BLAUDRUCKERIN, OBERBAYERN (D)

Gemeinsam mit ihrem Mann Bernd sammelt Johanna Henkenjohann seit mehr als 40 Jahren jedes Stück altes Bauernleinen, das sie in die Hände bekommt. Das prall gefüllte Stofflager ist der ganze Stolz der Blaudruckerin aus dem bayerischen Bad Aibling. Nur diese handgewebten, hochwertigen Stoffe, die heutzutage nicht mehr produziert werden und dadurch extrem wertvoll sind, haben die richtige Qualität für ihren traditionellen Blaudruck auf Kissen, Tischdecken, Vorhängen und Servietten. Die Stoffe werden alle händisch mit echtem pflanzlichen Indigo gefärbt — jedes Stück ist ein Unikat. Bei ihren Tischsets hat sich Johanna Henkenjohann für den Blaudruck durch Kochoxidation entschieden. Dabei wird eine Direktdruckfarbe, die zuvor nach einem alten und streng geheimen Familienrezept hergestellt wird, auf einen Holzmodel aufgetragen und durch exaktes millimetergenaues Aufdrucken auf den Stoff aufgebracht.

 

Die Plattform „Servus am Marktplatz“ unterstützt regionale Betriebe und vertreibt online traditionelles Handwerk von Manufakturen und Kleinstbetrieben aus Österreich, Süddeutschland, der Schweiz und Südtirol. Alle vorgestellten Produkte finden Sie unter www.servusmarktplatz.com