Heizungen, Teil I: Überblick über Heizsysteme

Wenn die kalte Jahreszeit naht, muss sie wieder einwandfrei funktionieren: die Heizung. Wer gerade über eine Modernisierung seiner heimischen Heizanlage oder über einen Neubau nachdenkt, wird bald feststellen, dass es zahlreiche verschiedene Heizmethoden am Markt gibt. Wir stellen in einer neuen Mini-Serie gängige Heizsysteme mit ihren Vor- und Nachteilen vor.

Gastherme

 

Gasthermen

Der Energieträger für diese Art der Heizung ist meist Erdgas. Sehr verbreitet ist die sogenannte Gastherme, die dezentrale Wärmeerzeugung – etwa je Wohnung in einem Mehrfamilienhaus – möglich macht. Im Vergleich zu zentralen Heizanlagen sind Gasthermen recht kompakt. Gasthermen arbeiten in den meisten Fällen nach dem Durchlauferhitzerprinzip. Das heißt, es ist kein großer Warmwasserkessel erforderlich, die Therme erwärmt das Wasser, wenn es im Rohr vorbei fließt, und auch nur dann, wenn es benötigt wird. Die Gefahr von Keimbildung in Warmwasserreservoirs besteht also hier nicht.

Es gibt Gasthermen, die nur fürs Heizen zuständig sind, aber auch Kombi-Thermen, die auch die Warmwasserbereitung für das Leitungswasser erledigen. Anders als bei elektrischen Durchlauferhitzern muss man das Wasser aber erst ein wenig fließen lassen, bevor er warm aus dem Hahn kommt.

Bei der Gasverbrennung treten Abgase auf. Die Therme muss also an eine korrosionsbeständige Abgasleitung angeschlossen werden können. Die Abgase können zwar nicht durch den bestehenden Kamin abgeleitet werden, aber die Abgasleitung kann durch den Kaminschacht verlegt werden. Da der Verbrennungsvorgang auch Sauerstoffzufuhr erfordert, ist ein Verbrennungsluftverbund sicher zu stellen. Das heißt, die Therme muss jederzeit Luft ansaugen können. Die Therme darf also nicht in einem abgeschlossenen Raum angebracht werden, dessen Sauerstoffvolumen sie in Betrieb vollständig aufbrauchen kann. Da man aber im Winter ja nicht das Fenster ständig geöffnet lassen kann, sind in die Tür eingelassene Lüftungsschlitze eine gute Möglichkeit.

 

Ölheizung

Ölheizungen gibt es sowohl als Einzelöfen zur Raumheizung als auch für die zentrale Heizwärme- und Warmwasserversorgung zum Beispiel im Einfamilienhaus. In Neubauten dürfen heutzutage aufgrund gesetzlicher Bestimmungen nur noch Brennwertkessel installiert werden. Diese nutzen den Energieinhalt des Heizöls nahezu ohne Verluste. Bei Standardheizkesseln beträgt der Energieverlust durchschnittlich elf Prozent. Eine Ersparnis von bis zu 30 Prozent ist beim Umstieg auf moderne Brennwerttechnologie möglich. Zudem ist die Kombination mit erneuerbaren Energien oft problemlos möglich – ob mit Holzkaminofen, Solarthermie oder Bioheizöl.

Vor- und Nachteil zugleich ist, dass ein eigener Heizöltank benötigt wird. Gut ist, dass man sich, wenn Heizöl zu günstigen Preisen erhältlich ist, schon einmal für die gesamte Heizperiode mit Brennstoff eindecken kann. Eine Grundgebühr für den örtlichen Energieversorger fällt nicht an. Schlecht ist, dass die Erstanschaffung der Ölheizunganlage relativ teuer ist und man natürlich ausreichend Platz benötigt. Bei Einzelöfen kommt erschwerend hinzu, dass das Nachfüllen von Öl im Zimmer selbst stattfindet, was zu unangenehmen Gerüchen führt.

 

FernwärmeFernwärme

Dieses System empfiehlt sich vor allem für Wohnhäuser, die sich in der Nähe von Kraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), Blockheizkraftwerken, Müllverbrennungsanlagen oder Fernheizwerken, wo die Wärmeenergie produziert wird oder als Nebenprodukt anfällt. So wird teilweise auch die Abwärme von Industriebetrieben als Wärmequelle genutzt. Das macht die Fernwärme zu einer ökologisch sinnvollen Angelegenheit.

Üblicherweise werden ganze Stadtteile vom örtlichen Energieunternehmen mit einer hauseigenen Übergabestation ans Fernwärmenetz angeschlossen. Heißwasser wird über ein gedämmtes Leitungssystem zu den Lieferstellen geleitet. Für freistehende Einzelobjekte auf der „grünen Wiese“ rentiert es sich daher nicht, die doch recht umfangreiche Infrastruktur zur Versorgung von Haushalten mit Heizwärme und Warmwasser per Fernwärme aufzubauen.

Ein Nachteil der Fernwärme ist also, dass sie nicht überall verfügbar ist, und dass man auch nicht ohne weiteres die Heizungsart wechseln kann, wenn ein Wohnblock einmal ans Fernwärmenetz angeschlossen ist. Gleiches gilt für den Wechsel des Anbieters, wie dies etwa auf dem freigegebenen Strom- und Gasmarkt zur Kostenersparnis durch Wettbewerb evtl. möglich ist.

Bei den Kosten für die Fernwärme müssen die Leitungsverluste natürlich einkalkuliert werden. Auf der anderen Seite hat man aber auch keine Kosten für die Wartung von Kaminen, da keine Verbrennungsabgase vor Ort anfallen.

 

Pelletheizung

Bei den Anschaffungskosten ist eine Heizanlage, die mit Holzpellets gespeist wird, der Spitzenreiter unter den gängigen Heizungsarten. Dies steht den günstigeren Unterhaltskosten gegenüber denen bei Gas- und Ölheizungen, da fossile Brennstoffe, die importiert werden müssen, in der Regel stärkeren Preisschwankungen unterliegen als der heimische nachwachsende  Rohstoff Holz.

Ökologisch sinnvoll ist auch, dass für das Pressen der Holzpellets unbehandeltes Restholz wie Hobelspäne oder Sägemehl einer Verwendung zugeführt werden. Beim Aufstocken des Pelletvorrats sollte darauf achten, dass die Pellets den Normen DIN 51731 oder DIN Plus genügen, damit ein möglichst effizienter Brennvorgang gewährleistet ist.

Das Heizen mit Holzpellets an sich ist CO2-neutral. Freigesetzt wird lediglich so viel Kohlenstoffdioxid, wie der Baum, von dem das verwendete Holz stammt, im Laufe der Zeit aufgenommen hat. Diese gute CO2-Bilanz muss jedoch um das CO2 erweitert werden, das bei Herstellung und Transport der Pellets anfällt. Wer sich aktiv für Klimaschutz einsetzen will, sollte beim Pelletkauf also darauf achten, dass diese in der Region hergestellt wurden. Für die Nachhaltigkeit von Pelletheizungen spricht außerdem, dass sie sich auch mit anderen umweltfreundlichen Heizmethoden wie Solarthermie kombinieren lassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Bilder: Vaillant GmbH Remscheid, n-ergie Nürnberg, SCHULTHEISS Wohnbau AG

ein Kommentar zu Heizungen, Teil I: Überblick über Heizsysteme

Hinterlasse einen Kommentar