Heizungen Teil II: Die Heizsysteme der Zukunft

Heizkörper

Unsere Mini-Serie über Heizsysteme haben wir in der letzten Folge gängigen Heizungsarten wie gas- oder ölbefeuerten Heizungen gewidmet. Im zweiten Teil stellen wir nun die Zukunft des Heizens vor und nehmen einige moderne Heizungssysteme ins Blickfeld.

Blockheizkraftwerke (BHKW)

Das Wirkungsprinzip beruht auf Kraft-Wärme-Kopplung, d.h. die Abwärme bei der Erzeugung elektrischer Energie wird effektiv zum Heizen und zur Warmwasserbereitung genutzt. Dadurch lassen sich ca. ein Drittel des Energieverbrauchs und die Hälfte des CO2-Ausstosses einsparen. Mittlerweile gibt es Mini- oder Mikro-Ausführungen für den privaten Gebrauch in Ein- und Mehrfamilienhäusern.

Blockheizkraftwerke bestehen aus verschiedenen Komponenten: dem Generator für die Stromerzeugung, der Regeleinheit, dem Wärmetauscher, dem Verbrennungsmotor und der Kapselung. Der Verbrennungsmotor – vorzugsweise mit Biogas, Holzpellets oder anderen regenerativen Energiequellen betrieben – treibt den Generator an.

Dieser erzeugt aus der mechanischen elektrische Energie, die dann für die Stromversorgung des Haushalts eingesetzt oder ins Netz eingespeist werden kann (der Preis für die Kilowattstunde liegt momentan bei 5 Cent). Bei diesem Vorgang entsteht als Nebenprodukt Wärme, die über den Wärmetauscher zum Erhitzen des Wassers für Heizung und Warmwasserversorgung verwendet wird.

Neben der bereits erwähnten Energie- und Emissionseinsparung versprechen Blockheizkraftwerke noch weitere Vorteile. Dadurch, dass Strom und Wärme am selben Ort erzeugt und verbraucht werden, entfallen Leitungsverluste. Bestehende zentrale Heizanlagen lassen sich in den meisten Fällen auf die neue Kraft-Wärme-Technik umrüsten, ohne dass Leitungen und Heizkörper ausgewechselt werden müssten. Wer sein Kraftwerk mit regenerativen Energieträgern betreibt, ist unabhängig von der Preisentwicklung von Gas oder Öl.

Eine gewisse abschreckende Wirkung entfalten allerdings die nach wie vor vergleichsweise hohen Anschaffungskosten. Auch angesichts des hohen Wirkungsgrades ist das Blockheizkraftwerk keine vollkommen saubere Methode, denn beim Betrieb des Motors entstehen Verbrennungsabgase. Ebenso wie bei der Holzheizung sollte auch bei einem BHKW, das mit erneuerbaren Rohstoffen betrieben wird, darauf geachtet werden, dass das Brennmaterial aus nachhaltiger Quelle stammt.

Außerdem ist es so, dass auch ein Mikro-Kraftwerk Platz braucht und nicht geräuschlos läuft. Der Raum, in dem das Kraftwerk untergebracht wird, sollte daher ausreichend groß und schalldicht sein.

Wärmepumpenheizung

Eine Wärmepumpenheizung funktioniert im Prinzip wie ein Kühlschrank. Allerdings ist man hier auf die Wärmeausbeute, nicht auf den Kühleffekt aus. Eine Wärmequelle wie zum Beispiel das Erdreich, Wasser oder auch die Luft wird „angezapft“ und quasi gekühlt, wodurch die andere Seite des Systems erwärmt wird. Die dabei produzierte Wärme wird im Wärmepumpenkreislauf auf eine Temperatur gebracht, mit der sich die Heizanlage eines Hauses betreiben lässt.

Diese Anordnung ist jedoch kein Perpetuum Mobile, sondern funktioniert nur unter Zuführung von Energie, um die Wärmepumpe überhaupt betreiben zu können. Es fallen also zwar keine Kosten für einen Energieträger zum Heizen an sich an, jedoch aber sehr wohl die Kosten für (Öko-)Strom. Das bedeutet auch, dass, wenn der Strom einmal ausfallen sollte, die Heizung ebenfalls nicht funktioniert.

Die beste Energiebilanz erzielt man mit der Wärmepumpe in Verbindung mit Fußboden- oder Flächenheizungen. Auch Heizkörper können unter bestimmten Umständen angeschlossen werden. Die Nachrüstung im Altbau ist eventuell aufgrund der Ausgaben für Umbauten nicht rentabel.

Wärmepumpen lassen sich aber im Allgemeinen sehr gut mit Photovoltaik- und Solaranlagen zur Warmwassererzeugung koppeln. So kann man die Ökobilanz wesentlich verbessern und den zum Betrieb notwendigen Strom selbst erzeugen.

Von Vorteil erweist sich auch der geringe Wartungsaufwand und die kompakte Anlagengröße von Wärmepumpenheizungen. Allerdings ist ggf. ein Pufferspeicher nötig,  um günstige Zeittarife für Strom ausnutzen zu können, der wiederum Einiges an Raum einnimmt.

Sowohl Blockheizkraftwerke als auch für Wärmepumpenheizungen können staatlich gefördert werden. Ob das im Einzelfall möglich ist, ist bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zu erfahren.

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