Industrial Chic – Wohnstil Industriedesign

Bauelemente, die man im Wohnungsbau normalerweise unter allen Umständen verstecken will, machen den Charme des Industrial Chic erst aus. Dabei wird allerdings nichts dem Zufall überlassen, denn Industriedesign will gut geplant sein. Bei diesem speziellen Wohnstil geht es darum, Elemente ausfindig zu machen, die sowohl in ihrer Form als auch ihrer Funktion überzeugen. Neutrale Farbgebung, Gebrauchsgegenstände, Metall- und Holzoberflächen prägen den Stil.

Das Resultat: ein „Lagerhaus-Look“, der wahre Industrieromantik mit einer Anzahl anderer Styles verbindet, angefangen beim derben bis hin zu Hochglanz. Dieser Stil ist nicht nur für Räume, die „unfertig“ sind. Tatsächlich gibt es viele Design-Fans, die ihre gehobenen Behausungen mit Industriedesign ausstatten und mit Elementen wie Edelstahloberflächen, metallenen Lampenaufhängungen und Vintage-Möbeln spielen.

 

Industrie-Loft-Wohnen

Sichtbare Stahlträger, Metalloberflächen und Holz – Wohnen im Industrial Design.

 

Die Liebe zum Industriedesign zeigt sich in durchdacht gestalteten Zusammenstellungen, die auf besonderen historischen Möbelstücken basieren. Heute widmen wir uns einigen Schlüsseleigenschaften des Industriedesigns in der Innenarchitektur und zeigen, wie man den Stil zu Hause selbst gestalten kann.

 

Sichtbare Rohre und Leitungen

Ein Charakteristikum des Industrie-Looks ist die Sichtbarkeit von Dingen, die normalerweise kaschiert werden, wie zum Beispiel Rohren und Leitungen. Als Loftwohnungen populär wurden, begann man damit, die die Infrastruktur von Häusern freizulegen.

Frühere Industrieanlagen, wie etwa Fabriken, in Wohnraum umzuwandeln, ist eine große Herausforderung. Einige rohe Elemente beizubehalten, erinnert an den ursprünglichen Zweck der Gebäude. Und so kam es, dass aus dem Provisorischen ein gefragter Stil wurde, denn viele Design-Fans suchen nun genau nach diesem Unfertigen.

 

Industrie Holz und Stahl Emerick Architects

Edelstahl und Holz sind die hervorstechenden Gestaltungselemente dieser Küche im Industrie-Loft. Foto: Emerick Architects.

 

Freiliegende Rohre und Schächte können das Mittel der Wahl sein, um komplett weiße Wände aufzulockern, denn der helle Putz an den Wänden kontrastiert scharf mit dem Metall, aus dem die Rohre sind. Zusätzlich zu metallenen Rohren und Leitungen, sind Wandverkleidungen oder Türen in Metalloptik ein weiteres typisches Merkmal des Industriestils.

Auch Möbel können sichtbare Metallbeschläge und Rohre aufweisen. Manche Fundstücke sehen selbst aus, als seien sie einst Teil einer Produktionsapparatur in einer Werkhalle gewesen.

Metall- und Holzoberflächen

In Industrie-Lofts werden meist Holz und Metall in Hülle und Fülle in der Oberflächengestaltung kombiniert. Erdige und neutrale Töne werden bei der Farbauswahl bevorzugt. Metallelemente an Decken, Innentreppen aus Metall etc. gehen mit Holzpanelen und –planken eine spannungsreiche Verbindung ein.

Stellen Sie zum Holztisch Stühle aus Metall. Küchentresen aus Edelstahl sind zum Beispiel nicht nur unglaublich funktional, sondern bringen auch Industrie-Chic nach Hause. Wandregale mit hölzernen Brettern, die von groben Metallwinkeln gehalten werden bieten stilechten Stauraum.

Den Charme eines Maschinenparks setzen Industriedesign-Enthusiasten gerne damit in Szene, indem sie Metallic-Farben wählen. Grau als Wandfarbe im Industrie-Badezimmer mit Edelstahlwaschbecken wecke Erinnerung an das Rohe, Unveredelte von auf Gebrauch ausgerichteten Innenraumkonzepten.

 

 

Damit der Gesamteindruck nicht zu steril wird, darf das Ganze ein wenig verwittert wirken. Gebrauchsspuren sind also durchaus willkommen.

“Vintage”-Einrichtung und Accessoires

Kommt man auf die Einrichtung zu sprechen, ist “Vintage” das Schlagwort. Dabei müssen die Möbel nicht wirklich aus ehemaligen Industrieanlage gerettet worden sein, sondern können auch von diesem speziellen Design inspiriert sein. Pulverbeschichtete Hocker- und Tischbeine aus Stahl, blitzende Chromblenden und immer wieder Funktionales machen den Look aus.

Stühle können etwa aussehen wie traditionelle Zeichenhocker mit Rückenlehen, die dankenswerterweise auch gleich noch höhenverstellbar sind. Schränke ähneln altmodischen Spinden, die gerne auch Gittertüren aufweisen können – hier könnten auch Laborgegenstände ihren Platz gefunden oder Arbeiter ihre Kleidung aufbewahrt haben. Ins rechte Licht gesetzt wird das alles durch Industrieleuchten, die an auf Putz verlegten Kabeln von der Decke hängen.

 

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Beleuchtung mit Sicherheitslampen. Foto: Restoration Hardware.

 

Gelungen ist der Stil, wenn die Möbel und Accessoires nach „Umnutzung“ aussehen. In Kombination mit modernen Stücken versprühen sie Industrie-Charme in Ihrem Zuhause.

 

Fotos:

Emerick Architects

Restoration Hardware

Jane Kim Design

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