Klassische Moderne

Chilehaus in Hamburg - Beispiel für ein Bauwerk der klassischen Moderne

Baustilkunde mit prominentem Beispiel aus Hamburg

Unter Klassischer Moderne (1920-1968) versteht man verschiedene Stile moderner Architektur. Die in den 20er bis 60er Jahren entstandene Architektur hatte eine – für damalige Zeiten – neue Grundlage: die Verwendung von Beton, Stahl und Glas.

Zusammengefasst entspricht die Klassische Moderne den Prinzipien „Weniger ist mehr“ und „Die Form folgt der Funktion“. Die architektonische Funktion des Gebäudes rückt in den Vordergrund, weshalb oftmals das Bauskelett oder die Versorgungsleitungen der Gebäude zum Vorschein treten. Die Ausgestaltung ist schlicht, aber nicht schmucklos (insofern der Schmuck funktional begründet wird). Die Gebäude folgen nicht unbedingt einer strengen Orthogonalität, weshalb sich durchaus auch geschwungene Formen finden oder auf rechte Winkel verzichtet wird.

Aufgrund der eher sterilen Formgebung der Gebäude wird die Architektur der Klassischen Moderne häufig als „seelenlos“ bezeichnet. Dazu sei gesagt, dass die späte Phase der Klassischen Moderne als ein Ergebnis aus der Geschichte und den damaligen Herausforderungen zu sehen ist: In den 50er und 60er Jahren stand man vor erheblichen Bauaufgaben, da Lösungen für die enorme Wohnungsnot gefunden werden mussten. Massenbauweise hieß die Antwort, die letztlich auch den Eindruck von Monotonie und Uniformität hinterließ.

Eine ganz andere Richtung schlugen dagegen die Architekten der frühen Klassischen Moderne ein. Ein beeindruckendes Beispiel dafür liefert Fritz Höger. Er entwarf das Chilehaus in Hamburg, das zu den Top-Sehenswürdigkeiten der Hansestadt gehört und zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.

Klassische Moderne - Chilehaus in Hamburg

Chilehaus in Hamburg - Beispiel für ein Bauwerk der klassischen Moderne

Das Chilehaus erinnert mit seiner markanten Gebäudespitze und dem betont spitzen Fassadenwinkel an ein Schiffsbug. Trotz seiner zehn Stockwerke fügt sich das Gebäude anmutig in das Hamburger Kontorhausviertel ein – der Grund ist die s-förmig geschwungene Klinkerfassade (hier rechts im Bild). Sie kommt besonders eindrucksvoll am Abend zu Geltung, wenn das Chilehaus beleuchtet wird.