Kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung

Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung

Wohnraumlüftungen mit Wärmerückgewinnung sorgen zuverlässig dafür, dass feuchte, verbrauchte Raumluft kontinuierlich durch frische Luft ausgetauscht wird. So entsteht kein Schimmel, das Raumklima bleibt konstant angenehm und darüber hinaus wird Energie gespart. Der Clou liegt bei dieser Technik im Detail.

 

Tatsächlich ist eine automatisierte Wohnraumlüftung in den meisten Neubauten heute unbedingt sinnvoll. Besonders da, wo durch den Grundrissschnitt kein effektives Querlüften möglich ist. Die Gebäude werden luftdicht isoliert, um Wärmeverluste zu minimieren, ein unkontrollierter Luftaustausch durch undichte Fenster und Außenwände ist ausgeschlossen. Was energetisch absolut nutzbringend ist, würde ohne ausreichend Lüftung zulasten der Wohnraumqualität gehen. Die Folgen wären Überfeuchtung, Schimmelbildung und dicke Luft. Lüftungssysteme sorgen deshalb gezielt für einen gleichmäßigen Luftaustausch. Ein Qualitätsfühler misst kontinuierlich das Raumklima und regelt die Frischluftzufuhr bedarfsorientiert nach.

 

Zentrale Lüftungsanlagen erreichen enorme Wärmerückgewinnungsraten

„Der automatische Luftaustausch erfolgt in unseren Eigentumswohnanlagen entweder durch zentrale oder dezentrale Lüftungssysteme“, erklärt André Weißmann, Haustechniker bei der SCHULTHEISS Wohnbau AG. „Die dezentrale Lösung kommt vor allem bei kleineren 1- bis 2-Zimmer-Wohnungen zum Einsatz. Hier saugt ein Lüftungsgerät in der Fassade die Luft an. Nach Filterung und Erwärmung wird die Frischluft den Wohnräumen zugeführt.“

 

 

Bei zentralen Lösungen wandert die Luft erst durch ein Kanalsystem, das versteckt im Boden liegt. Wohn-, Arbeits- und Schlafräume werden über Gitterauslässe gleichmäßig mit frischer Luft versorgt. Die Luft wird dann in den Flur und schließlich zu den Ablufträumen, sprich Küche, Bad und WC, geführt. Über eine Sammelleitung gelangt die feuchte, verbrauchte Luft nach draußen. Zuvor nutzt das System die gespeicherte Wärme der Abluft, um die frische Zuluft zu erwärmen. „Zentrale Lüftungsanlagen erreichen so enorme Wärmerückgewinnungsraten von bis zu 95 Prozent und arbeiten damit äußerst energieeffizient“, so André Weißmann.

 

 

 

 

 

Kosten und Wartung

Die Kosten für den Stromverbrauch einer entsprechenden Lüftungsanlage liegen bei rund fünf Euro monatlich. Für einen dauerhaft reibungslosen Betrieb empfiehlt sich neben der regelmäßigen Wartung der Anlage auch der regelmäßige Austausch der Filter des Lüftungsgerätes. Die Wartung sollte idealerweise einmal jährlich durch einen Fachbetrieb für Sanitär- und Heizungstechnik durchgeführt werden und beinhaltet die Kontrolle bzw. die Reinigung des Kondensatablaufs, den Filteraustausch sowie die Reinigung der Innenflächen des Lüftungsgerätes. Hersteller raten zudem, alle zehn Jahre eine Reinigung des Kanalsystems durchführen zu lassen.

 

 

Auch Allergiker profitieren von der automatisierten Wohnraumlüftung

Natürlich können, trotz automatisierter Wohnraumlüftung, die Fenster weiterhin beliebig geöffnet werden. Notwendig wäre das im Grunde aber nicht, letztlich geht es sogar auf Kosten der Energieeffizienz. Im Idealfall haben Haus- und Wohnungsbesitzer noch nicht mal mehr das Bedürfnis nach weit geöffneten Fenstern. Und auch Allergiker profitieren von der automatisierten Frischluftzufuhr: Pollen bleiben dank des Filters einfach draußen, ebenso Mücken, Staub und Lärm.