Kontrollierte Wohnraumlüftung

Frische Luft

Was bringt kontrollierte Wohnraumlüftung?

Immer mehr Bestandsgebäude werden energetisch saniert, Neubauten werden von vorn herein mit Vollwärmeschutz und Isolierfenstern versehen. Das ist gut fürs Klima und Investitionen rechnen sich auf lange Sicht angesichts drastisch steigender Energiekosten. Allerdings treten bei umfassender Dämmung von Gebäudehüllen oft Probleme auf, die mit mangelndem Luftaustausch in den Innenräumen zusammen hängen.

Durch nicht gedämmte Wände und weniger dichte Fenster entweicht nicht nur unerwünschter Weise Wärme, sondern es findet auch ein kontinuierlicher Luftaustausch statt. Sind Fassaden und Fenster aber komplett isoliert, gibt es keine solche Zugluft mehr. Zwar geht so weniger Energie verloren. Doch Feuchtigkeit, wie sie zum Beispiel beim Kochen oder Wäschetrocknen entsteht, gelangt nicht mehr nach draußen – Schimmelbildung und Schadstoffanreicherung in der Raumluft werden begünstigt. Zumal, wenn nicht richtig oder nicht ausreichend gelüftet wird. Fensterlüftung birgt aber den Nachteil, dass viel Heizwärme verloren geht, wenn die Fenster mehrmals pro Tag zum komplett geöffnet werden, um unerwünschte Nebenwirkungen der Gebäudedämmung vorzubeugen. Studien zeigen, dass aufgrund dessen die gesteckten Energieeinsparungsziele nicht erreicht werden können.

Effizient und sauber

Deswegen allerdings auf Gebäudedämmung zu verzichten, wäre natürlich der falsche Weg. Abhilfe schafft zum Beispiel ein gut funktionierendes System zur kontrollierten Wohnraumlüftung, das verbrauchte Luft aus Innenräumen abtransportiert und Frischluft nachströmen lässt. Im Gegensatz zu simplen Abluftventilatoren gibt es kontrollierte Wohnraumlüftung auch mit Wärmetauscher. Das heißt in der Praxis, dass der geheizten Abluft die Wärme entzogen und der kalten Zuluft zugeführt wird, bevor diese in die Wohnräume einströmt. Moderne Anlagen haben einen Wirkungsgrad von 80 bis 90 Prozent. Somit lassen sich im Vergleich zur Fensterlüftung erheblich Kosten sparen.

Kontrollierte Wohnraumlüftung bietet darüber hinaus noch weitere Vorteile. Durch vorgeschaltete Filter wird die angesaugte Außenluft gereinigt, bevor sie sich im Zimmer verteilt. Das bedeutet weniger Eintrag von Verunreinigungen wie Staubpartikel in die Innenräume. Das hemmt das Wachstum von Hausstaubmilben und Allergiker profitieren, da weniger Pollen etc. in die Wohnung gelangen. Auch der Geräuschpegel bleibt angenehm niedrig, da zum Lüften die Fenster ja geschlossen bleiben können und Verkehrslärm einfach ausgesperrt wird.

Regelmäßiger Luftaustausch

Damit ein ausreichender Luftaustausch stattfinden kann, muss die Lüftungsanlage über eine angemessene Luftwechselrate verfügen. Bei der Ermittlung des Wertes, welche Menge an Raumluft innerhalb welcher Zeitspanne ausgetauscht werden soll, gibt es verschiedene Herangehensweisen. Man berechnet ihn zum Beispiel anhand der Anzahlt der Personen, die sich in den betreffenden Räumlichkeiten aufhalten, nach dem Volumen der Räume oder auch nach der Raumnutzung. Demnach ist in Feuchträumen, also Küchen und Badezimmern, eine höhere Luftwechselrate erforderlich als etwa in Wohnzimmern oder Abstellräumen.

Wohnraumlüftung - Schemazeichnung
Lüftungsströme schematisch dargestellt

 

Maßgeblich für die Berechnung der Mindestanforderungen an kontrollierte Wohnraumlüftungssysteme ist in Deutschland derzeit die DIN 1946-6 von 2009. Diese berücksichtigt u.a. Faktoren wie die Wohnfläche und die daraus resultierende Last, die die Lüftungsanlage tragen können muss, und auch gewisse Undichtheiten in der Gebäudehülle, die natürliche Luftinfiltration begünstigen. In diesem Zusammenhang macht es auch einen Unterschied, ob ein Gebäude dem Wind stärker oder schwächer ausgesetzt ist. Nicht berücksichtigt werden in der Norm jedoch das aktive Lüftungsverhalten der Bewohner, was zum Beispiel bei längerer Abwesenheit eine Rolle spielt, und mögliche Temperaturschwankungen bei besonderen Wetterlagen, die eine Erhöhung oder Verringerung der Luftaustauschfrequenz erfordern würden.

Heutige Lüftungssysteme funktionieren jedoch bereits sehr gut. Schäden am Gebäude, die durch mangelhafte Belüftung entstehen, werden wirksam verhindert und das Wohlbefinden der Bewohner steigt bei „guter“ Raumluft merklich. Studien haben ergeben, dass die meisten Menschen das Raumklima als angenehm empfinden, wenn bei moderater Temperatur und geringem Staubaufkommen die relative Luftfeuchtigkeit nicht unter ca. 40 Prozent und nicht über ca. 60 bis 70 Prozent liegt. Mit Hilfe kontrollierter Wohnraumlüftung lässt sich ein behagliches Wohngefühl unproblematisch regulieren und man spart auch noch Energie dabei.

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