Couch. Tisch. Vase. Fertig! Minimalismus pur.

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Warum ein minimalistischer Wohnstil Freiräume eröffnet

Minimalismus befreit uns von überflüssigem Schnickschnack und verschafft uns Platz, um frei durchzuatmen. Wir alle kennen das gute Gefühl, das sich breit macht, wenn man es endlich geschafft hat, auszumisten und alten Krempel losgeworden zu sein. Leider tun wir das viel zu selten. Dabei ist weniger tatsächlich manchmal mehr. Minimalismus muss nicht unbedingt etwas mit einer freudlosen, spartanischen Lebensweise zu tun haben. Es geht nicht um Verzicht, sondern darum, sich auf die wesentlichen Dinge zu beschränken. Das eröffnet Freiräume – für die Wohnung und für sich persönlich.

Minimalismus geht mit dem Trend zur nachhaltigen, bewussten Lebensweise einher. Statt stupide zu konsumieren und Besitztümer anzuhäufen, wird Unnötiges und damit auch eine gewisse permanente Reizüberflutung beseitigt. Wenn auch die Wohnungseinrichtung klar strukturiert und aufgeräumt daher kommt, fällt es leichter, sich zu konzentrieren.

Minimalismus spart Platz

Außerdem lässt sich so hervorragend Platz sparen – eine gute Sache in Zeiten steigender Wohnraumpreise und zunehmender Umzugsfrequenz. Ganz einfach: Was man nicht besitzt, muss man nicht mitschleppen.

Clevere Stauraumsysteme helfen, Dinge aus dem Weg zu räumen und einen geradlinigen Look zu kreieren. Insbesondere in kleinen Wohnungen ist das sinnvoll: Hier reicht es, wenn nur ein paar wenige Dinge unmotiviert herumstehen, damit es chaotisch und überladen aussieht. So sind zum Beispiel verschiebbare Regalmodule, die zum Beispiel einen Arbeitsplatz, Unterhaltungselektronik oder anderes beinhalten können eine tolle Sache. Je nachdem, was gerade gebraucht wird, kann das entsprechende Modul im Vordergrund stehen.

Allerdings ist es die Voraussetzung für minimalistisches Wohnen, die Anzahl der gehorteten Gegenstände drastisch zu reduzieren. Hand aufs Herz: Lesen Sie all Ihre Bücher wirklich noch ein zweites Mal? Wie viele von ihren Dekovasen und -gläsern benutzen Sie tatsächlich? Benötigen Sie noch ein weiteres Gläser- oder Tassenset in Ihrer ohnehin großen Sammlung?

Deko – der natürliche Feind des Minimalismus?

Klarheit statt Kitsch. In einem minimalistisch eingerichteten Wohnraum wird man keine verschnörkelten Designs finden. Doch wer meint, dass man hier auf keinerlei Dekoration stoßen wird, der irrt sich. Dekorieren ist jedoch ein Balanceakt, denn die Räume sollen weder absolut steril noch überladen wirken. Hier einen goldenen Mittelweg zu finden, ist nicht selten eine Herausforderung. Hier gilt: weniger ist mehr und Qualität geht vor Quantität.

Ein gutes Beispiel  sehen Sie hier: Eine dezente Vase mit frischen Blumen

Vase_tischBild: Shutterstock

oder farblich zum Interieur passende, wenige Accessoires schaffen trotz minimalistischen Einsatzes Wohnlichkeit.

Sofa_BloombergSofa, Couchtisch, Fell, Kissen, Vasen, gefunden bei Bloomingville

Bei der Farbwahl wird vorzugsweise auf die Farben Weiß, Grau, Braun, Grün und Beige in allen Schattierungen gesetzt. Sie sind die erste Wahl für Wände, Möbel und Dekoartikel.

Ein minimalistisch eingerichtetes Wohnzimmer wirkt aufgeräumt …

SitzeckeBild: Shutterstock

… genauso wie ein Esszimmer, in dem alles seinen eigenen Stammplatz hat …

EssplatzBild: Shutterstock

… und nicht zu vergessen: die Küche – denn hier wird viel Zeit verbracht und ein echter Minimalist legt auch hier Wert auf eine aufgeräumte Atmosphäre.

KücheBild: Shutterstock

 

Den eigenen Minimalismus kann man ruhig auch nach außen tragen – zum Beispiel auf die eigene Terrasse.

GartenstuhlBild gefunden auf: Lujo New Zealand

 

KleingartenGefunden bei Worthminer

 

Wie werde ich ihn los – in zehn Tagen?

… ist der Titel eines Kinofilms mit Kate Hudson. Doch auch jeder andere, der ernsthaft eine minimalistische Lebens- und Wohnweise anstrebt, sollte sich diese Fragen stellen – natürlich bezogen auf überflüssigen Hausrat. Aber keine Sorge, Hilfe naht! Es gibt verschiedene Strategien, wie man sich von Ballast befreit.

Für den Anfang kann man etwa dem Ratschlag der britischen Innenarchitektin und Autorin Maggie Toy folgen: „Alles, was du im vergangenen Jahr nicht benutzt hast, verkaufen oder spenden. Alles was nur ab und zu benutzt wird, sollte außer Sicht geschafft werden. Zum Beispiel in einen großen Schrank. Und das, was wirklich regelmäßig gebraucht wird, füllt den Raum aus. Kauf dir schöne Einzelstücke, vielleicht von dem, was du vorher verkauft hast.“

Ausmisten ist ein langwieriger Prozess. Man sollte daher klein anfangen, denn Besitz, den man über Jahre angehäuft hat, kann man nicht mal eben von heute auf morgen loswerden. Fangen Sie beispielsweise mit Ihrem Schreibtisch an und leeren die Schubladen aus. Alles, was hundertprozentig noch benötigt wird, darf wieder zurückgelegt werden, der Rest wird gnadenlos in den Müll befördert.

SchreibtischMinimalismus am Schreibtisch: Das schafft mehr Raum für kreative Gedanken.
Gefunden bei styleroom

Und so wird das nach und nach vom Schreibtisch, über das Arbeitszimmer bis zur kompletten Wohnung oder zum Haus gehandhabt.

Bei Dingen, bei denen man sich doch unsicher ist, ob man sie noch benötigt, kann man die Sack- oder Karton-Methode anwenden:  Dazu einfach alles wegpacken und einen bestimmten Zeitraum festlegen  – einen Monat, sechs Monate oder auch ein ganzes Jahr. Wenn man innerhalb dieses Zeitraums nichts entnommen hat, kann man alles ohne weiteres Überlegen entsorgen.

Minimalismus auf lange Sicht

Auf Dauer ist es nötig, sich in Disziplin zu üben, um kein neues Chaos entstehen zu lassen. Bevor man etwas Neues kauft, überlegt man sich genau, ob man es wirklich benötigt. Denn vieles ist im ersten Augenblick hübsch anzusehen und würde hervorragend auf dem Couchtisch aussehen, aber letzten Endes landet das meiste doch als Staubfänger im Regal. Der minimalistische Wohnstil beinhaltet auch, nicht aus jeder Laune heraus Dinge zu kaufen, die man nicht wirklich benötigt, sondern sich Gedanken darüber zu machen.

Falls man doch ein Accessoire  oder ein Möbelstück sieht, welches absolut zum Interieur passt, kann man sich an folgende Regel halten: Für jeden neuen Gegenstand, den man sich in die Wohnung holt, muss ein anderer weichen.
Titelbild: Bloomingville

 

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