Mit Solarenergie heizen? Wir erklären, wie’s funktioniert.

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Moderne Brennwertheizungen für Gas und Öl im Neubau nutzen aktuelle Technik und arbeiten hocheffizient. Wenn Sie zusätzlich mit Solarenergie heizen, können Kosten und Emissionen noch weiter reduziert werden. Sogenannte Hybrid­-Lösungen greifen flexibel auf verschiedene Energieträger zu und sorgen automatisch für die kostengünstigste Betriebsweise.

Grundsätzlich geht es bei Hybridheizungen um die Kombination von mindestens zwei Energieträgern. Öl-­ oder Gasbrennwertgeräte werden dabei überproportional oft mit Solaranlagen kombiniert, und das aus gutem Grund: In Deutschland beträgt die eingestrahlte Sonnenenergie immerhin zwischen 900 und 1200 Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr. Drei Viertel davon werden in den Sommermonaten eingestrahlt. Diese Energie können sich Verbraucher mit Solarlösungen zunutze machen – wahlweise als Strom oder als Wärme.

Der kleine Unterschied: Photovoltaik produziert Strom, Solarthermie Wärme

Selbst Strom auf dem eigenen Hausdach erzeugen, das funktioniert mit einer Photovoltaikanlage. Der Solarstrom wird ins Hausnetz eingespeist und kann so alle haushaltsüblichen Elektrogeräte betreiben oder mit Hilfe spezieller Batteriespeicher für den Eigengebrauch vorgehalten werden. Sofern die Anlage über einen entsprechenden Netzanschluss verfügt, besteht zudem die Möglichkeit, den Solarstrom gegen eine Vergütung pro Kilowattstunde in das öffentliche Stromnetz einzuspeisen. Die „Lernkurve“ der Photovoltaik, die in den letzten 40 Jahren eine Senkung der Modulkosten von 23 Prozent pro Verdopplung der installierten Kapazität1 gezeigt hat, ist beachtlich und verspricht der Technik eine rosige Zukunft.

Eine Alternative zur Photovoltaik ist die Solarthermie – sie erzeugt Wärme statt Strom. Solarthermische Anlagen, auch Solarwärmeanlagen genannt, beruhen auf dem einfachen Prinzip des wassergefüllten, schwarzen Gartenschlauchs, der sich in der Sonne erwärmt. Genau dieses Phänomen nutzt die Solarthermie in weiterentwickelter Form. Eine Flüssigkeit zirkuliert durch die Solarkollektoren auf dem Dach, fängt die Sonnenenergie auf und leitet sie an einen Wärmespeicher im Gebäude weiter. Die Erwärmung von Brauch­- und Heizungswasser wird so unmittelbar durch die Wärme der Sonne unterstützt.

Infografik Hybridheizung
Hybridheizung: Wärme aus verschiedenen Quellen

Solarthermien, wie sie in Kombination mit Gas-­Brennwerttechnik auch häufig bei Neubauten der SCHULTHEISS Wohnbau AG zum Einsatz kommen, erhöhen die Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen in dem Bereich, der in Haushalten am deutlichsten zu Buche schlägt – der Wärmeversorgung. Private Haushalte verwenden mehr als zwei Drittel ihres Endenergieverbrauchs, um Räume zu heizen. Die übrigen Anwendungsbereiche werden dominiert vom Energieverbrauch für Warmwasser und sonstiger Prozesswärme wie beispielsweise fürs Kochen und Waschen.

Allerdings sei hier bedacht: 80 Prozent des jährlichen Wärmeenergiebedarfs von Gebäuden fallen in den Winter – also in die Zeit, wenn der Heizbedarf am höchsten ist und die Ausbeute in Sachen Sonnenwärme naturgemäß am geringsten. Als zuverlässige Hybrid­-Partner für Solarthermien sind moderne, energiesparende Heizsysteme daher weiterhin unverzichtbar.

Zu den handfesten Vorteilen der Solar­-Hybrid­-Lösungen in Sachen Wirtschaftlichkeit kommt mittlerweile eine beachtliche Anzahl solarbegeisterter Deutscher, die in jeder Umfrage mit großer Mehrheit ihre Zustimmung für die sonnige Technologie bekundet. Fast 50 Millionen Bundesbürger über 18 Jahren sprechen sich in einer aktuellen Umfrage dafür aus, dass die Bundesregierung weiterhin neue Solaranlagen auf Dächern fördert. Solarenergie ist mit einer Zustimmung von 71 Prozent der Bundesbürger in einer Reihe von möglichen Maßnahmen sogar das beliebteste Klimaschutzinstrument.