Möbelgold – die Nürnberger Möbelmanufaktur

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In Nürnberg gibt es eine lebhafte Start-up-Szene – Sebastian Scheureckers Jungunternehmung „Möbelgold“ zählt unbedingt dazu. Der 39-Jährige entwirft und baut Möbel und Wohnaccessoires, die mit so manch ungewöhnlichem Clou aufwarten.

Irgendwie scheint er ein bisschen der MacGyver unter den Möbeldesignern zu sein, dieser Sebastian Scheurecker. Er experimentiert gerne mit unterschiedlichsten Materialien und zaubert beispielsweise aus kühlem Beton originelle Wohnaccessoires mit echten Handschmeichler-Qualitäten. Auf Kundenwunsch verwandelt er weiße Wände in raue Betonflächen mit Industrie-Ästhetik oder tischlert aus heimischen Hölzern den perfekten Esstisch als Maßanfertigung. Hauptsache, kein Einheitsbrei, heißt die Devise. „Ich habe generell überhaupt keine Hemmungen, etwas Neues auszuprobieren“, bestätigt der 39-Jährige.

Tisch

Seine oftmals unkonventionellen Entwürfe sind sicherlich auch eine Art Reminiszenz an seine berufliche Vergangenheit, denn der gelernte Fotograf hat zuletzt viele Jahre als Filmkulissenbauer gearbeitet. In diesem Beruf musste er naturgemäß neugierig und kreativ sein, mit verschiedensten Materialien die Wirklichkeit abbilden oder Fantasiewelten erschaffen. Für das James-Bond-Museum „007 ELEMENTS“ im österreichischen Sölden hat Scheurecker beispielsweise eine cineastische Installation auf 3.050 Metern Höhe bei Minustemperaturen im Berginneren mitgestaltet — ein „echter Knochenjob“ wie er sagt, an den er sich aber trotzdem gerne erinnert. „Allerdings hatte meine Frau irgendwann die Nase voll, sich daheim alleine um unsere drei Kinder zu kümmern während ich durch die Weltgeschichte tingelte“, erzählt der Familienvater lachend. So entschloss sich das Paar 2018, den damaligen Wohnsitz Hamburg zu verlassen und zurück in Scheureckers Geburtsstadt Nürnberg in die Nähe seiner Eltern zu ziehen. Hier gründete er sein eigenes Label „Möbelgold“ und macht sich seitdem die Fähigkeiten, die er sich als Kulissenbauer angeeignet hat, für den Möbelbau zunutze. In Scheureckers Werkstatt entstehen in echter Handarbeit Produkte aus Keramik, Beton, Aluminium und Holz.

Dekoobjekte aus Beton

Die Elektronik seiner Lampen lässt er in den Lebenshilfe-Werkstätten fertigen, woraus sich eine Zusammenarbeit auf neuer Ebene ergeben hat. Auf der Werkstättenmesse 2020 präsentiert Scheurecker gemeinsam mit der gemeinnützigen Einrichtung neue, junge Designs, die nach seinen Entwürfen in den Werkstätten gefertigt und direkt von der Lebenshilfe vertrieben werden. Mit seiner Manufaktur trifft Scheurecker auch ansonsten ganz den Zeitgeist: „Konsumenten kaufen wieder gerne Produkte, die einzigartig sind und die direkt vom Hersteller kommen“, bestätigt der Möbeldesigner. Für diejenigen, die bereit sind, dafür etwas mehr auszugeben, ist das eine echte Aufwertung: Bei regionalen Manufakturen zu kaufen heißt in den meisten Fällen, individueller, transparenter und auch nachhaltiger einzukaufen.

Fotos: möbelgold.de/scheurecker-photography