Neue Energieeinsparverordnung (EnEV)

Höhere Anforderungen für Neubauten ab 2014

Wer sich mit Bauen und Immobilien beschäftigt, hat mit Sicherheit das Kürzel „EnEV“ schon einmal gesehen. Es steht für das etwas sperrige Wort „Energieeinsparverordnung“, die erstmals im Jahr 2002 im Rahmen des Energieeinsparungsgesetzes (EnEG) erlassen wurde. Ziel der EnEV ist es, eine günstigere Gesamtenergiebilanz von Gebäuden zu erreichen.

Energiebedarf soll um 30 Prozent sinken

Zum 01. Mai 2014 ist eine Novelle der jetzt gültigen EnEV von 2009 vorgesehen. Ziel ist es, den Energiebedarf von Gebäuden um 30 Prozent im Vergleich zu den bisher gültigen Werten zu senken. Damit soll die EU-Richtlinie für energieeffiziente Gebäude von 2010 umgesetzt werden. Bis 2050 soll es nach den Plänen des Gesetzgebers einen nahezu klimaneutralen Bestand an Gebäuden geben.

Der Primärenergiebedarf eines Gebäudes soll bis 2016 um ein Viertel, der Wärmeverlust – etwa über undichte Gebäudehüllen und Fenster – um zehn Prozent verringert werden. Für den Primärenergiebedarf wird zusätzlich zu der direkt im Haus verbrauchten Energie der Energieaufwand für Gewinnung, Umwandlung, Verteilung und Transport des verwendeten Energieträgers veranschlagt.Haus_Mauer_WEB

Im Gegensatz dazu bezeichnet der Endenergiebedarf die Energiemenge, die für den Betrieb von Heizung und die Erzeugung von Warmwasser im Verhältnis zu den durchschnittlichen klimatischen Verhältnissen in Deutschland verbraucht wird. Hierbei wird auch der Verlust innerhalb der hauseigenen Anlagen einkalkuliert.

Um die neue EnEV 2014 zu erfüllen, müssen Heizungs-, Klima- und Lüftungsanlagen, Systeme zur Warmwasserbereitung und die Gebäudedämmung optimiert werden. Außerdem ist zum Beispiel auch das Verhältnis von Fenster- und Wandflächen ein wichtiger Faktor, der bei der Planung von neuen Bauvorhaben eine Rolle spielt.

Neue Bestimmungen zum Energieausweis

Auch hinsichtlich des Energieausweises für Gebäude im Bestand ergeben sich durch die EnEV 2014 Neuerungen. So muss der Energieausweis Kauf- und Mietinteressenten nun unaufgefordert zur Verfügung gestellt werden. Nach Abschluss eines entsprechenden Kauf- oder Mietvertrages ist außerdem eine Kopie des Ausweises auszuhändigen. Wird diesen Vorschriften nicht entsprochen, drohen Bußgelder in Höhe von bis zu 15.000 Euro.

Der Energieausweis enthält Angaben sowohl zum Primär- als auch Endenergiebedarf. Im Rahmen dieser Eckdaten gibt der Energieausweis u. a. Aufschluss über Baujahr und verwendete Energieträger zum Betrieb der Heizung. Anhand dieser Daten wird das Haus in eine Energieeffizienzklasse eingeordnet, die auf einer Skala von Grün = „Passivhausstandard“ bis Rot = „ohne energetische Modernisierung“ abgelesen werden kann. Hieraus geht der jährliche Energieverbrauchskennwert in Kilowattstunden in Bezug auf die Gebäudenutzfläche hervor. Mit der Gesetzesnovelle werden nun auch Sanierungsempfehlungen auf dem Energieausweis festgehalten, die den Energiebedarf der Immobilie senken würden.Energieausweiss2014

Beim Vergleich verschiedener Objekte hinsichtlich des Energiebedarfs sollte man allerdings genau hinschauen, denn es existieren zwei verschiedene Arten des Energieausweises: eine bedarfsorientierte und eine verbrauchsorientierte. Erstere wird auf der Grundlage eines technischen Gutachtens erstellt, das die Eigenschaften der Haustechnik, der Dämmung und der Fenster untersucht. Für Wohngebäude mit bis zu vier Wohneinheiten, die vor 1978 errichtet und bisher nicht energetisch saniert wurden, muss verpflichtend ein solches bedarfsorientiertes Gutachten erstellt werden.

Kostengünstiger für den Eigentümer ist dagegen der verbrauchsorientierte Energieausweis  in der Erstellung. Dieser basiert auf dem Energieverbrauch während der letzten drei Jahre aller Wohneinheiten in einem Haus. Diese Angaben sind stark abhängig vom Verbrauchsverhalten der Bewohner, das je nach individuellen Gewohnheiten oder zum Beispiel auch je nach Anzahl der Außenwände einer Wohnung etc. natürlich stark differieren kann. Für Interessenten ist es also im Gegensatz zum bedarfsorientierten Gutachten nicht objektiv ersichtlich, mit welchen tatsächlichen Energiekosten nach dem Einzug zu rechnen ist.

 

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Link EnEV

Energieeffiziente Haustechnik: http://schultheiss-wohnblog.de/category/fachbegriffe/

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