Rokoko

Orangerie_Bayreuth

Das Rokoko  – ein heiteres und leichtes Lebensgefühl

Das Frankreich des frühen 18. Jahrhunderts ist die Wiege des Rokoko, dessen Blütezeit zwischen 1730 und 1780 lag. Beispielhaft für diese Epoche, deren Name sich an das französische Wort Rocaille, Muschelwerk, anlehnt, sind herrliche Ornamentik und eine unverkennbare Leichtigkeit. Während in Frankreich mit Elementen des Rokoko vor allem Adelsresidenzen verziert wurden, errichtete man in Deutschland vielerorts auch sakrale Gebäude in diesem Stil.

Die Rokoko-Architektur – elegant und verspielt

Die Rokoko-Architektur lässt sich im Wesentlichen als Reaktion auf den opulenten und teilweise überladenen Stil des französischen Königs Ludwig XIV, genannt der Sonnenkönig und Erbauer von Versailles, verstehen. Der sehr repräsentativen und erhabenen Baukunst seiner Regierungszeit folgte mit dem Rokoko eine Architektur, die leichter und intimer war. Das zeitgemäße Streben nach Harmonie hatte zur Folge, dass man der natürlichen Umgebung von Bauten mehr Beachtung schenkte und sie in die architektonische Planung miteinbezog. Gärten mit sorgfältig angelegten Wegen, akkurat geschnittenen Bäumen und Büschen, kleinen Brücken, Treppen und Brunnen mit kunstvoll gestalteten Fontänen waren ein wesentlicher Bestandteil des ästhetischen Empfindens. In den Häusern und Wohnungen ging man dazu über, die privaten Räumen von denen zum Empfang von Besuchern geeigneten Bereichen abzutrennen – ganz im Gegensatz zum Barock, in dem alle Räume eines Anwesens ausschließlich repräsentativen Zwecken galten und entsprechend gestaltet waren.

Mit der veränderten Funktionalität ging auch eine neue Sicht auf Proportionen und Ausmaße einher. Die Gebäude wurden zierlicher, eleganter: Fenster wurden durch eine ornamentale Rahmung zu Schmuckelementen in den Fassaden, ohne diese jedoch zu überladen. Gleiches gilt für Außenbauplastiken, die mit Liebe zum Detail und vor allem immer mit Blick auf ihre Wirkung auf das große Ganze angebracht wurden.

Zu den bekanntesten Objekten des Rokoko in Deutschland zählen der Zwinger in Dresden, die Orangerie der Eremitage in Bayreuth und die Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen.

Zwinger_Dresden
Zwinger in Dresden

 „Zwinger Stadtpavillon“ von adornix – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Orangerie_Bayreuth
Orangerie in Bayreuth

Orangerie Bayreuth“ von Benutzer:RoehrenseeEigenes Werk (Originaltext: eigenes Foto). Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

Basilika Vierzehnheiligen
Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen

Vierzehnheiligen Fassade“ von Kloster_Banz2.JPG: Michael Sanderderivative work: Berthold Werner (talk) – Kloster_Banz2.JPG. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.