So funktioniert die optimale Bausparförderung

Optimale_Bauförderung_Wohn_Riester

Die eigene Immobilie ist für die meisten Menschen die größte, aber auch schönste und wichtigste Anschaffung ihres Lebens. Zulagen vom Staat wie „Wohn-Riester“ können das Projekt Eigenheim beschleunigen. Finanzierungs- und Immobilienexperte Johannes Schäffner von der Sparkasse Bayreuth beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die Eigenheimrente.

 

Was ist Wohn-Riester überhaupt?

 

Johannes Schäffner: Mit Wohn-Riester, auch als Eigenheimrente bezeichnet, unterstützt der Staat seit 2008 die private Altersvorsorge. Die Förderung hat das Ziel, Anreize für eine zusätzliche Altersvorsorge zu schaffen. Mit dieser Subventionierung soll erreicht werden, dass im Alter hohe Ausgaben durch anfallende Mieten vermieden werden können. Gefördert wird der Bau oder Kauf einer eigengenutzten Immobilie und seit 2014 der Barriere reduzierende Umbau. Während der Ansparphase ist es darüber hinaus jederzeit möglich, Mittel zu entnehmen und damit vorzeitig zu entschulden.

 

Wem steht Wohn-Riester zu?

 

Johannes Schäffner: Die unmittelbare Wohn-Riester-Förderung steht all den Bürgern zu, die auch die klassische Riester-Rente abschließen können. Hierzu gehören alle Arbeitnehmer, die gesetzlich rentenversichert sind, sowie Beamte. Ebenso können Ehepartner von Förderberechtigten, die riestern, einen Vertrag abschließen und sich die vollen Zulagen sichern. Man spricht dann von mittelbarer Förderfähigkeit.

 

Was ist der Unterschied zwischen „Riester-Rente“ und „Wohn-Riester“?

 

Johannes Schäffner: Mit dem Wohn-Riester soll ein schuldenfreier Eintritt in die Rentenphase erreicht werden, wogegen mit der Riester-Rente die gesetzliche Rente über Fonds und Banksparpläne aufgebessert werden soll. Die Wohn-Riester-Rente ermöglicht insbesondere Familien eine günstige Finanzierung von Wohneigentum im Rahmen der privaten Altersvorsorge. In der eigenen Immobilie kann später mietfrei gewohnt werden, und sie dient als Sicherheit fürs Alter. Wir empfehlen unseren Kunden, Wohn-Riester nur zu nutzen, wenn sie planen, später eine eigene Wohnung oder ein eigenes Haus zu besitzen. Voraussetzung ist, dass die Immobilie bis zum Lebensende eigengenutzt wird. Wird diese wieder verkauft, ohne binnen vier Jahren eine Alternative anzuschaffen, müssen die Förderungen zurückgezahlt werden. Die gleiche Situation entsteht bei Trennung bzw. Scheidung. Sollte in diesen Fällen einer der Förderberechtigten seinen Wohnsitz ändern, ist dies förderschädlich. Ist die Nutzung der Immobilie nur mittelfristig angedacht, raten wir von Wohn-Riester ab.

 

Wie hoch ist die Förderung?

 

Johannes Schäffner: Die Wohn-Riester-Förderung entspricht der Riester-Förderung von klassischen Riester-Rentenversicherungen oder Banksparplänen.
Die Grundzulage beträgt jährlich 175 Euro für alle förderberechtigten Arbeitnehmer oder Beamte. Die Kinderzulage beträgt 300 Euro bzw. 185 Euro für Kinder, die vor 2008 geboren wurden. Jugendliche unter 25 Jahren erhalten einen einmaligen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro. Für die Riester-Förderung gelten keine Einkommensgrenzen. Die volle Riester-Zulage erhält, wer vier Prozent seines beitragspflichtigen Vorjahreseinkommens, maximal 2.100 Euro inklusive Zulagen, auf einen zertifizierten Altersvorsorgevertrag anlegt. Förderberechtigte ohne beitragspflichtiges Vorjahreseinkommen müssen einen Mindestbeitrag von 60 Euro einzahlen. Darüber hinaus sind Steuervorteile interessant. Riester-Sparer können ihre Einzahlungen bis zu 2.100 Euro (inklusive Zulage) als Sonderausgaben geltend machen. Das Finanzamt prüft anschließend automatisch, ob der Sparer über die Zulagen hinaus zusätzliche Steuervorteile erhält und berücksichtigt diese bei der Steuerveranlagung. Eventuell übernimmt der Arbeitgeber freiwillig altersvorsorgewirksame Leistungen, die der Arbeitnehmer auf einem Bausparkonto mit Riester-Förderung anlegen kann. Hier lohnt es sich nachzufragen.

 

Fallen bei Wohn-Riester Steuern an?

 

Johannes Schäffner: Die Beiträge und Zulagen sind bei allen Riester-Produkten in der Sparphase steuerfrei. Jedoch fallen die Steuern dann im Alter in der Auszahlungsphase an. Bei der Versteuerung des Wohnförderkontos kann der Kunde von einem Rabattangebot profitieren: Er entscheidet, ob er den gesamten Steuerbetrag auf einmal mit 30 Prozent Abschlag zahlt oder die Versteuerung des Wohnförderkonto jährlich in kleinen Schritten wählt. Fakt ist, die Förderung der Riester-Rente ist nur eine Steuerstundung, also eine Steuerverschiebung ins Rentenalter. Größtenteils ist der persönliche Steuersatz im Rentenalter jedoch niedriger als im Erwerbsleben, somit ist die nachgelagerte Besteuerung ein Vorteil.

Das Fazit des Finanzierungsexperten:

 

Zusammengefasst kann man sagen, dass bei Wohn-Riester die Vorteile überwiegen, wenn das Lebensmodell des Kunden dazu passt. Es kommt wie bei allen Finanzentscheidungen auf die gesamte finanzielle Situation, die Wünsche und Ziele des Kunden an. Deshalb ist eine umfassende persönliche Beratung die Basis für bedarfsgerechte Lösungen. Die Beraterinnen und Berater der jeweiligen Sparkasse vor Ort kennen ihre Region und sind kompetente Ansprechpartner bei allen Fragen rund um die Immobilie: vom Kauf über die Finanzierung bis hin zum Verkauf.

Danke für das Gespräch!

 

 

 

Johannes Schäffner, Finanzierungsexperte der Sparkasse Bayreuth