Vertikale Gärten – Grüner wird’s nicht!

Wittenbergfassade von visioverdis

Weltweit arbeiten Experten an Möglichkeiten, wie die intelligente und saubere Stadt der Zukunft aussehen kann. Mehr als neun Milliarden Menschen werden nach einer Prognose der Vereinten Nationen 2030 auf der Erde leben, etwa 70 Prozent davon in Städten. Die Entwicklung der Luftbelastung durch Feinstaub, Stickstoffoxide und Ozon ist auch in Deutschland nicht immer unbedenklich, wie eine Studie des Umweltbundesamtes aus dem vergangenen Jahr zeigt. Und das, obwohl die meisten unserer Großstädte über verhältnismäßig viele Grünflächen, Parks und Wälder verfügen. Mit zunehmender Urbanisierung wird deshalb überlegt, wie zusätzlicher Raum für Pflanzen in Städten geschaffen werden kann. Die vertikale Begrünung von Außenwänden und Fassaden ist dabei eine funktionale Lösung, die auch noch gut aussieht.

 

Die Zukunft: feinstaubschluckende Bäume, die an Fassaden rotieren

 

Zumeist fällt bei vertikalen Gärten bislang die Wahl auf Pflanzen, die ohne Erde auskommen und nur über die Wasserversorgung mit Nährstoffen versorgt werden. Die Anpflanzung erfolgt in Beeten, die als Einzelelemente installiert oder komplett vertikal angelegt werden. Der Pariser Botaniker Patrick Blanc gilt als Pionier und Erfinder der senkrechten Grünflächen. Zu seinen bekannteren Projekten zählen in Europa die Begrünung des Caixa Forums in Madrid sowie des Museums Quai Branly in Paris. Ein weiteres Kunstwerk Blancs findet sich in Berlin über dem Haupteingang der Galeries Lafayette.

 

 

Foto: visioverdi.de

Vertikale Hightech-Gärten von Visioverdis

 

Die Zukunft der grünen Fassaden sieht jedoch noch spektakulärer aus: Das Stuttgarter Start-up Visioverdis entwickelt vertikale Hightech-Gärten mit waagerecht wachsenden Sträuchern und Bäumen. Eine patentierte Technik lässt die Gehölze ständig rotieren, sodass sie in Sachen Lichteinwirkung und Schwerkraft ausgetrickst werden und nicht der Sonne entgegenwachsen. Dabei geht es den Machern von Visioverdis weniger um grüne Kunst oder schicke Fassadenoptik. Das Unternehmen will mit den vertikalen Wäldern vor allen Dingen die Luftqualität in den sogenannten Mega-Citys verbessern. Besonders in Asien leiden die Bewohner der völlig überlasteten Städte unter enorm hohen Feinstaubwerten.

 

Foto: visioverdi.de