Was macht eigentlich eine Hausverwaltung?

Gepflegtes Anwesen

Als stolzer Besitzer einer Eigentumswohnung in einer Wohnanlage bekommt man von der Tätigkeit der Hausverwaltung meist nur am Rande etwas mit. Beispielsweise, wenn die Hausgeldabrechnung fällig wird oder eine Eigentümerversammlung einberufen wird. Darüber hinaus ist die Hausverwaltung jedoch noch für vieles andere zuständig.

Gesetzliche Grundlagen:

Die Befugnisse und Pflichten einer Hausverwaltung sind im Wohnungseigentumsgesetz festgelegt. Die wichtigsten Aufgaben der Hausverwaltung sind laut Gesetzestext:

– die Sorge für die Einhaltung der Hausordnung, die von der Eigentümerversammlung beschlossen wurde,

– Instandhaltung und Versicherung des Gemeinschaftseigentums,

– Festlegung eines Wirtschaftsplans, der angemessene Rückstellungen beinhaltet.

Die wesentlichen Bestimmungen sind in Abschnitt 3 in den Paragraphen 21 bis 28 festgehalten.

Diese gesetzlichen Bestimmungen können nicht durch Beschlüsse der Eigentümergemeinschaft abgeändert werden. Präzisierungen und zusätzliche Vereinbarungen sind aber gesondert in einem Hausverwaltervertrag möglich.

Darüber hinaus kann die Hausverwaltung bevollmächtigt werden, die Ansprüche der Eigentümergemeinschaft gegenüber Dritten – beispielsweise vor Gericht – zu vertreten. Das gilt generell für das Gemeinschaftseigentum.

Achtung, Verwechslungsgefahr: Alle Ansprüche aufgrund von Mägeln, die das Sondereigentum des einzelnen Wohnungsbesitzers betreffen, müssen zwischen Eigentümer und Auftragnehmer (irgend einer Art) reguliert werden, da diese hier die Vertragspartner sind. Der Hausverwalter ist im Gegensatz dazu der Vertreter der Eigentümergemeinschaft, der von dieser durch Mehrheitsbeschluss die Befugnis erhält, ihre Ansprüche im Zusammenhang mit dem gemeinsamen Eigentum zu vertreten.

In der Praxis

Wie bereits erwähnt, ist die nimmt die Hausverwaltung das Hausgeld entgegen und erstellt die Jahresabrechnung für die Eigentümer. Darüber hinaus ist sie für den gesamten Zahlungsverkehr im Zusammenhang mit dem Gemeinschaftseigentum zuständig. Das bedeutet auch, dass die Hausverwaltung bei anstehenden Arbeiten Angebote von Handwerksbetrieben einholt und Aufträge entsprechend im Sinne der Eigentümergemeinschaft vergibt.

Sie schließt auch Wartungsverträge für Aufzüge und Heiz- und Klimaanlagen etc. ab und kümmert sich um die Organisation von Arbeiten im Rahmen der Gewährleistung bzgl. des Gemeinschaftseigentums seitens des Bauträgers oder bei einer Bestandsimmobilie seitens Handwerkern.

Wenden Sie sich an die Profis

Die vielfältigen Tätigkeitsbereiche der Hausverwaltung gehen weit über klassische Hausmeisterdienste hinaus und erfordern fundierte Kenntnisse auf den verschiedensten Gebieten wie etwa der Immobilienwirtschaft, des Wohnungseigentumsrechts und der Finanzverwaltung. Fachwissen ist also gefragt!

Eine Eigentümergemeinschaft sollte sich daher bei einer Neuvergabe der Hausverwaltung ausschließlich an professionelle Fachleute und -firmen wenden.

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