#BALKONKRAFTWERK

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Module aufstellen, Stecker rein und schon fließt Strom: Mit wenigen Handgriffen ist die Installation einer Mini-Photovoltaik-Anlage erledigt. Die steckerfertige Solaranlage für Balkon, Dach oder Garten wandelt die Energie der Sonne in grüne Energie um.

Balkonkraftwerk ist ein großer Begriff für das, was als Komplett-Set im handlichen Paket nach Hause geliefert wird. Stecker-Solaranlagen können ganz einfach selbst montiert und über die Steckdose mit dem eigenen Haushaltsstromnetz verbunden werden. Nach dem englischen „to plug in“ für „einstecken“ heißen die Balkonstrom-Anlagen deshalb auch Plug-in-Anlagen. Zusätzliches technisches Knowhow oder die Hilfe eines Elektrikers sind nicht nötig.

Technisch läuft der Prozess so ab: Über die Solarmodule werden Sonnenstrahlen eingefangen. Die Module sind an einen Wechselrichter angeschlossen und dieser wiederum mit einem Stecker verbunden. Der Wechselrichter sorgt dafür, dass der erzeugte Strom kompatibel für das Hausnetz und das öffentliche Netz ist. „Man spricht hierbei von der Umwandlung von Gleichstrom, das ist der Solarstrom, in Wechselstrom, also in den im Hausnetz und öffentlichen Netz vorhandenen Strom“, erklärt Lukas Hoffmeier, Umweltingenieur und Gründer von Modulanbieter priwatt. „Über die Steckdose – das kann eine normgerechte Wieland-Steckdose oder ein Schukostecker sein – wird der Strom dann in das Haushaltsnetz eingespeist und kann direkt verbraucht werden.“

Wenn der Strom gerade nicht aktiv benötigt wird, wird er von Dauer-Stromverbrauchern wie Kühlschrank oder Receiver genutzt. Allerdings ist die Menge an Strom, die eine Steckdosen-Solaranlage erzeugt, nicht sehr hoch. So schafft eine Anlage mit 300 Watt Maximalleistung unter sehr guten Bedingungen etwa 270 kWh Strom im Jahr. Beim aktuellen Durchschnittspreis von 36,19 Cent pro kWh (Januar 2022) bedeutet das eine jährliche Ersparnis von knapp 100 Euro.

Ein Balkonkraftwerk besteht aus maximal zwei Solarmodulen, die aktuelle Leistungsgrenze liegt bei 600 Watt Einspeisung. „Anders als gedacht, kann die Montage einer Mini-PV-Anlage bzw. Plug-In-PVAnlage nicht ausschließlich am Balkon, sondern ebenfalls an der Fassade, im Garten oder auf dem Dach erfolgen“, beschreibt Umweltingenieur Hoffmeier das Prinzip Stecker-Solaranlage weiter. Dank spezieller Befestigungssysteme halten die Module zuverlässig und windsicher. Mit 400 bis 1.000 Euro sind Stecker-Solaranlagen deutlich günstiger als eine klassische Solaranlage, sodass sie laut Hoffmeier in vielen Fällen eine realisierbare Alternative darstellen. Für Eigenheimbesitzer wie auch für Mieter. Zur Konfliktvermeidung empfiehlt sich allerdings immer vor einer Installation, Rücksprache mit dem Vermieter oder der Eigentümergemeinschaft zu halten.

Wer auf der Suche nach Zuschüssen für den Erwerb oder den Betrieb einer Steckdosen-Solaranlage ist, muss sich nach regionalen Fördermitteln umsehen. Ein bundesweites Förderprogramm gibt es derzeit nicht. Einen guten Anlaufpunkt bietet hier die Fördersuche des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie oder das städtische Umweltamt.