Vom Glück, in der Erde zu buddeln

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Die zwei Schwestern Elisabeth Grindmayer und Stephanie Haßelbeck sind auf einem Bauernhof in Bayern aufgewachsen. Geprägt von den landwirtschaftlichen Wurzeln, den Traditionen ihrer Familie und dem Wissen darüber, wo ihre Lebensmittel herkommen, geht es den beiden Garten-Bloggerinnen hauptsächlich um eins: die köstlichen Seiten des Gartens.

Zwei Schwestern, die ihren trubeligen Großstadtalltag gegen ein entschleunigtes Leben auf dem Land eintauschen: Das ist die Geschichte, die Stephanie Haßelbeck (37) und Elisabeth Grindmayer (41) auf ihrem Blog „Farmmade“ erzählen. Zusammen mit Pferden, Hunden, Katzen und Hühnern leben sie mitten im Grünen auf dem heimischen Hof in der Finsinger Au. Im Einklang mit Natur und den Jahreszeiten zu leben, heißt für sie, dass im besten Fall nur die eigene Ernte auf den Tisch kommt. Ihre Erkenntnisse und ihr Wissen teilen sie gerne mit anderen und erleichtern so auch Anfängern den Einstieg in grüne Balkon- und Gartenwelten.

„Wir sind auf dem Bauernhof aufgewachsen, mit allem Drum und Dran. Für uns als Kinder war es echt aufregend, bei unserer Tante Milch aus dem Tetra Pak zu bekommen. Weil man daheim auf dem Hof in den Kuhstall ging, um frische Milch zu holen“, erinnern sich Stephanie Haßelbeck und Elisabeth Grindmayer. Wie sehr diese Kindheitserlebnisse die Schwestern prägen sollten, wird den beiden erst im Erwachsenenalter bewusst. Nach der Schulzeit folgten zunächst Lehr- und Wanderjahre, dann lebten und arbeiteten beide in München. Irgendwann erfüllten sie die Bürojobs und das Großstadtleben nicht mehr so recht, und als sich die Gelegenheit ergab, trafen sich die Schwestern auf dem Hof in ihrer alten Heimat wieder.

Mit ihrer Rückkehr auf den elterlichen Hof haben sie sich den Wunsch nach einer ursprünglicheren Lebensweise erfüllt, mit vielen Tieren, einem großen Garten und einer regional-saisonalen Ernährung – ganz im Einklang mit den Jahreszeiten. Das alte Gewächshaus, das der Opa damals schon gebraucht von einer Gärtnerei übernommen hatte, wurde reaktiviert, der bestehende Bauerngarten mit Hochbeeten ergänzt. Mittlerweile bewirtschaften die zwei Frauen ungefähr 1.000 Quadratmeter Gartenfläche mit altem Obstbaumbestand. Der älteste Baum ist 110 Jahre alt, es gibt noch ein Foto, auf dem die Oma als Kind unter ihm steht.

Das Erfolgsrezept der Schwestern: ein kreatives Konzept und die Leidenschaft fürs Gärtnern und Kochen

Seit rund sechs Jahren berichten die Schwestern auf ihrem Blog „Farmmade“ von ihrem Leben auf dem Land und teilen die schönsten Rezepte aus ihrem Küchengarten. Sie führen ins Ernten und Kochen im Takt der Natur ein, stellen nachhaltige Methoden wie das Haltbarmachen von Lebensmitteln vor und geben Tipps für naturnahes Gärtnern. 2021 erschien ihr gleichnamiges Kochbuch mit modernen und unkomplizierten Rezepten — Anfang des Jahres wurde „Farmmade“ mit dem Deutschen Gartenbuchpreis in der Kategorie „Bestes Gartenkochbuch“ ausgezeichnet.

Stephanie Haßelbeck und Elisabeth Grindmayer wollen dazu inspirieren, mit dem zu kochen, was im Garten — und sei er noch so klein — oder vor der Haustüre wächst. Auch Neulingen gelingt so ein schmackhafter Einstieg in die bunte Welt des regionalen Anbaus, Erntens, Verarbeitens und Konsumierens von Obst und Gemüse. Wer einen eigenen Gemüsegarten hat, wird bei den Farmmade-Schwestern jede Menge Inspiration finden. Und wer keinen hat — auch kein Problem — der wird einfach zum überzeugten Wochenmarktgänger.

Fotos: www.farmmade.de